Willkommen in Deutschland

Musik: Kai Wohmann, Text: Dennis Knickel

Ich stehe an der Tanke,
Als ein Fremder vor mir steht
Er bittet um ’ne Kippe
Und fragt, wie’s mir so geht.

»Ganz gut«, entgegne ich.
Die Kippe kann er ham’.
»Das Gehalt wurde mir grad erhöht,
Werd bald in Urlaub fahr’n.«

Ich stehe an der Tanke,
Als ein Fremder vor mir steht
Er bittet um ’ne Kippe
Und fragt, wie’s mir so geht.

»Geht so«, moser ich.
»Okay, ’ne Kippe ausnahmsweise.
Der Familie geht es gut,
alles andere ist scheiße.«

Ich stehe an der Tanke,
Als ein Fremder vor mir steht
Er bittet um ’ne Kippe
Und fragt, wie’s mir so geht.

»Verpiss dich, scheiß Kanake!
Schuld an allem bist nur du.
Ich brenn’ dir deine Bude ab:
Affe tot und Klappe zu!«

Ich stehe an der Tanke,
Als ein Fremder vor mir steht
Er bittet um ’ne Kippe
Und fragt, wie’s mir so geht.

»Wie’s dir so geht, das int’ressiert
Mich eigentlich viel mehr.
Als Fremder hier in diesem Land,
Wo kommst du eigentlich her?«

Er sagt, er kommt aus Syrien.
Er besitzt rein gar nichts mehr.
Die halbe Familie, die ist tot,
Er fast verreckt im Mittelmeer.

Und gestern kamen Nazis,
»Besorgte Bürger« nenn’ die sich.
Sorgen sich um ihre Heimat,
Menschen wie ihn woll’n sie hier nicht.

Menschen, die alles verlor’n,
Die nur in Frieden leben woll’n,
Für die ham’ sie kein Verständnis,
Sagen, dass sie abhau’n soll’n.

Wie kann man nur so kalt sein?
So fern jeder Fantasie,
Dass »besorgte Bürger« nicht versteh’n:
So arm werdet ihr nie!

Ihr ekelhaftes Wohlstandspack,
Wo fĂĽhrt ihr uns da hin?
Stoppen wir nicht dies’ Verbrechen,
Stecken wir alle tief mit drin!


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