Tag 3: Khlong Phrao Beach

Curry-Competition

2010 02 26 10.12.46

Freitag, 26. Februar 2010
Koh Chang

Heute geht’s zu FuĂź zum benachbarten Khlong Phrao Beach, der immerhin knapp sieben Kilometer entfernt ist. Man kann deutlich sehen, dass Koh Chang aufrĂĽstet und man die Insel, wĂĽrde man in ein, zwei oder fĂĽnf Jahren wiederkommen, nicht mehr wiedererkennen wird. Einige Hundert Meter vor dem Strand entdecken wir auf der StraĂźe eine sehr stylishe Bambusbar namens Gecko. Da die Sonne wieder ordentlich auf uns herunterbrutzelt, kehren wir hier ein und trinken unsere neuen Lieblingsgetränke: Fruit Shakes, frisches Obst mit einer vermutlich ordentlichen Portion Zucker und crushed Ice. In der Gecko-Bar klebt, um den Style fĂĽr mich noch zu perfektionieren, ein »St. Pauli-Fans gegen Rechts«-Aufkleber auf der mittleren Säule des Raumes. Als wir die Bar wieder verlassen, dröhnt zudem noch »Hells Bells« von AC/DC aus den Boxen. Der Song, bei dem die Mannen des FC St. Pauli das Millerntor betreten, das Stadion, in dem ab nächster Saison wieder ErstligafuĂźball gespielt wird! Yeah!

Richtig schön wird der Khlong Phrao Beach, wenn man etwas weiter nach SĂĽden vorstößt: Ein kleiner Fluss mĂĽndet hier ins Meer, den man durchwaten kann beziehungsweise muss, wenn man dem Strand weiter folgen möchte. Man kann auch durch den kleinen Strom schwimmen und bei einem Restaurant wieder aus dem Wasser klettern. Hier, am wie gesagt schönsten Abschnitt des bisherigen Strandes, haben sich auch glĂĽcklicherweise die BambushĂĽttenresorts halten können. Hier verhält es sich also so wie am White Sand Beach: Der schönste Strandabschnitt ist auch gleichzeitig der preiswerteste. Wieder erfrischen wir uns im Strandrestaurant des Bambus-hĂĽttenresorts Tiger Hut mit frischen gemixten Fruit Shakes, die umgerechnet ĂĽbrigens knapp 60 bis 80 Cent kosten.

Auf dem Nachhauseweg erspäht Rebekka plötzlich Elefanten! Auf der anderen StraĂźenseite weiden fĂĽnf, sechs Kolosse. Kein Zaun, keine Leinen oder Ketten. Dennoch ist offensichtlich, dass diese Tiere fĂĽr Elefantentouren gehalten werden. Auch allein schon aufgrund der Tatsache, dass wir uns mitten in einem Dorf befinden. Wir betreten das Gelände des Elefanten-Camps und schauen uns etwas um. Eine einstĂĽndige Tour mit den Dickhäutern kostet umgerechnet zwölf Euro, eine zweistĂĽndige Tour inklusive eines Bads im See mit den Elefanten, kostet 18 Euro.
In einem Bambusgehege weiter hinten sehen wir ein Elefantenbaby mit seiner Mutter. Mit Thailändisch tun wir uns noch etwas sehr schwer, weswegen wir uns den Namen des Baby-Elefanten nicht merken konnten. Ăśbersetzt heiĂźt der kleine wohl aber »GlĂĽcksbringer« und ist am 9. Januar geboren worden.

Gerade als wir wieder gehen möchten, kommt uns ein europäisch aussehender Mann mit einem Affenbaby auf der Hand entgegen! Der Kleine wurde gefunden und hier abgegeben. Er ist unglaublich sĂĽĂź, klettert auf uns herum und spielt mit dem Trageriemen meiner Kamera. Noch sĂĽĂźer wird die Situation, als der Mann uns zeigt, wie ein anderer Affe, der schon länger im Elefanten-Camp an einer Leine lebt, auf das Baby-Ă„ffchen reagiert. Kaum kommen wir mit dem etwa 20 Zentimeter kleinen Affen in die Nähe des ungefähr dreimal größeren, kommt dieser voller Neugierde auf ihn zu und beginnt den Kleinen zu entlausen und mit ihm zu schäkern. Wie bei Menschen, die ein Baby im Kinderwagen sehen, schneidet der Affe erheiternde Grimassen, spitzt die Lippen und bewegt den Kopf auf und ab. Eine wunderbare Szene!

Der europäisch aussehende Mann kommt ĂĽbrigens aus DĂĽsseldorf und heiĂźt Klaus Sebastian. Der sympathische Rheinländer bereist bereits seit einiger Zeit SĂĽdostasien und schreibt, so wie wir, das Erlebte nieder. Allerdings mit dem spektakulären Unterschied, dass er Kriminalromane daraus macht. Dieses Jahr erscheint nach »Pepsi Buddha«, »Schatten ĂĽber Burma« und »Klein Nick â€“ Der Pattaya-Detektiv« mit »Black Moon Party« bereits sein vierter Roman. Klaus Sebastian plant langsam aber sicher seinen Ausstieg nach Thailand, genauer nach Koh Chang.
Und wir werden langsam aber sicher das GefĂĽhl nicht mehr los, gleich zu Beginn unserer Reise einen der schönsten Orte Thailands angesteuert zu haben. Trotzdem kann uns Klaus Sebastian noch einen Tipp fĂĽr unsere weitere Tour geben: Das Städtchen Kanchanaburi, welches circa 130 Kilometer nordwestlich von Bangkok liegt. Es soll nicht nur wunderschön sein, sondern ist auch weltberĂĽhmt fĂĽr seine BrĂĽcke: die BrĂĽcke am Kwai!
Da Kanchanaburi sowieso in etwa auf unserer geplanten Route Richtung Südwesten liegt, ist unser nächstes Ziel somit klar.
Mittlerweile brennen unsere Flip-Flop- beziehungsweise Sandalenfüße schon ordentlich, weswegen wir uns für zwei Euro ein Taxi zum White Sand Beach leisten. Abendessen gibt es heute direkt neben dem Independent Bo im gemütlichen Restaurant von Pen’s Bungalows. Die Kellnerin ist der erste Ladyboy, der uns begegnet. Und das Essen ist großartig: Ich kann den Panaeng Curry wärmstens empfehlen.

Später gehe ich noch an die Bar unserer Anlage und lerne Danielle aus München und John aus England kennen, die schon zum mindestens fünften Mal im Independent Bo residieren und hier eine alljährliche Urlaubsliebesbeziehung führen.
Das Independent Bo hat eine sehr treue Stammkundschaft, die auch schon mal fĂĽnf Monate am StĂĽck bleibt!
Besonders am Independent Bo ist sicherlich auch die Geschäftsphilosophie. Für die Sauberkeit der Bungalows ist der Gast selbst verantwortlich. Genauso verhält es sich auch mit den Getränken an der Bar: Wer Durst hat, geht hinter den Tresen, holt sich sein Getränk aus dem Kühlschrank, schnappt sich sein Rechnungsbuch, schreibt auf, was er genommen hat und macht einen Strich dahinter. Nach: »Welcome home!«, lud uns Felix gestern übrigens auch mit den Worten: »Mi casa es su casa«, ein. Dieser Ort ist so grandios!

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