Tag 19: Frankfurt

Das Tagebuch des StraĂźenlesers: 1. Tour (2015)

Lesung im Feinstaub, Frankfurt

Donnerstag, 24. September 2015
Frankfurt

Vor einer knappen Woche schrieb mir mein alter Punkerfreund Fabse:

Hey Du StraĂźenleser!
Das scheint ja echt gut zu klappen! Freut mich! Hast du Pläne fĂĽr Frankfurt? WĂĽrdest du dort auch innerhalb eines Gebäudes, einer Bar zum Beispiel lesen? Dann kann ich ja mal meine Chefs anhauen. Des Weiteren habe ich ein paar Bekannte beim Radio â€¦ vielleicht lassen die Dich ja auch dort lesen und machen ein Interview?!
… Oder hab ich Pappnase eventuell Deinen Aufenthalt in Frankfurt verpasst?
Liebste GrĂĽĂźe!

Das ĂĽber Fabse vereinbarte Interview bei RadioX kommt leider nicht zustande. Als ich heute beim Sender anrufe, um den Termin â€“ heute, 18 Uhr â€“ bestätigen zu lassen, erreiche ich lediglich einen vollkommen verwirrt und ĂĽberfordert wirkenden Kollegen, der weder mit den Moderatorennamen, die ich ihm nenne, noch mit meinem Namen etwas anfangen kann. Ein Interview sei also wohl eher unwahrscheinlich. Aha.
Trotz des ausgefallenen Interviews und der eher spontanen Zusage durch Fabses Chefs ist das Feinstaub in Frankfurt-Bockenheim erfreulich gut gefĂĽllt â€“ und die Gäste wissen, dass heute eine Lesung auf dem Programm steht.
»Wo übernachtest du heute Nacht eigentlich?«, möchte Fabse wissen.
»Wo wohnst du eigentlich?«, frage ich zurück.
»Verstehe. In Offenbach. Ich muss heute allerdings recht früh reinhauen.«
Neben Fabse erscheint auch mein Kumpel Alex â€“ noch so’n Punker, der mich mit langer Mähne ĂĽberrascht.
Plötzlich tippt mir jemand auf die Schulter. Ich drehe mich um und blicke in ein Gesicht, das mir irgendwoher bekannt vorkommt. Mit der Zuordnung klappt’s indes nicht.
»Kennst du mich noch?«
»Hm â€¦Â«, quäle ich peinlich berĂĽhrt meine Unwissenheit zwischen meinen Lippen durch.
»Ist schon ewig her: Denise?«
»Denise? Denise Geil?« Ja, das ist Denise Geil. Jetzt erkenne ich sie eindeutig wieder: »Wie cool ist das denn? Was verschlägt dich denn hier her?«
»Ich wollte mal sehen, was aus dem kleinen Dennis geworden ist.«
»Ich bin mittlerweile ein Riese an Reichtum und Macht. Woher weißt du, dass ich hier lese?«
»Angie hat von deiner Show heute Abend gelesen. Angie kennste noch?«
»Klar, kenne ich Angie noch. Ist sie auch hier?«
»Nein, sie kann heute leider nicht.«
Ich habe Denise bestimmt seit zwölf, 13 Jahren nicht mehr gesehen: eine sehr, sehr coole Ăśberraschung!
Der Besitzer des Feinstaub â€“ der heute nicht anwesend ist â€“ bittet mich vor der Lesung noch telefonisch, nicht länger als eine Stunde zu lesen, da ein DJ schon länger auf dem Abendprogramm steht. Als ich aber während der Lesung merke, dass das Publikum mehr will und weit und breit kein DJ meckert, lese ich doch länger als versprochen. Ja, die Lesung ist ebenfalls sehr, sehr cool: Das Publikum hört zu, lacht, spendet Beifall, später auch Geld und kauft mir einige BĂĽcher ab. Der Abend hat sich also voll und ganz gelohnt. Vielen Dank, Fabse!
Nach der Lesung feiern Fabse, Alex, Denise, ein paar ihrer Freunde und ich noch im Feinstaub. Als erstes verabschiedet sich Fabse: »Kommste mit?«
»Also mein Auto bewege ich heute sicher nicht mehr. Morgen früh muss ich aber umparken. Kann ich auch bei dir pennen, Alex?«
»Jo, sind aber zehn Minuten mit dem Fahrrad und ich werde heute auch nicht mehr alt.«
Ich will aber noch gar nicht ins Bett â€“ auĂźerdem trinke ich umsonst. Höhö.
»Denise?«
»Zehn Minuten zu Fuß und ich bleibe noch.«
Damit wäre das geklärt.

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