Tag 7: Oppenheim & Mainz

Das Tagebuch des Stra├čenlesers: 1. Tour (2015)

Stra├čenlesung auf dem Gartenfeldplatz in Mainz

Sonntag, 13. September 2015
Oppenheim

Ich habe die Nacht bei meinem Kumpel Jona in Mainz verbracht. Kurz vor knapp mache ich mich auf den Weg nach Oppenheim. Um 15 Uhr darf ich unter der Schirmherrschaft des Caf├ę rheinverliebt auf dem Marktplatz lesen. Leider nieselt es aber. Welch ein Kontrast: In Friedrichshafen sa├č ich im T-Shirt am See und heute siehtÔÇÖs so aus, als k├Ânnte ich meine Stra├čenlesung gleich ganz knicken. So ein ├ärger.

Jonathan Mink

Stunt Koordination, Stunt Rigger, Beleuchter, Tonassistent

Jonathan Mink ist ein langj├Ąhriger Freund von Dennis Knickel. Er lebt und arbeitet als Veranstaltungstechniker in Mainz.
In Die Treppe angelt er den Ton. Beim Dreh von Erinnerungen hilft Jona beim Beleuchten von Luana Bellinghausens Zimmer und koordiniert gemeinsam mit Moritz Pleiss die Stunts.

Mehr ├╝ber die Crew der Tupamaros Film Productions gibtÔÇÖs hier.

Jonathan Mink

Ein Reporter der Allgemeinen Zeitung ruft mich an und fragt, wo er mich finden kann ÔÇô sprich: wo ich bleibe. Ja, ich bin sp├Ąt dran. Wenige Minuten sp├Ąter habe ich sowohl den Journalisten als auch das Caf├ę gefunden. Ich lasse mich kurz interviewen und kl├Ąre dann mit Irina, der unglaublich sympathischen Besitzerin des schnuckeligen Caf├ęs, wo ich denn nun am besten lese. Zum Gl├╝ck macht sie mir den Vorschlag, aus der Stra├čenlesung einfach eine Caf├ę-Lesung zu machen. Mein Auftritt ist also gerettet und ich muss mich nicht ├Ąrgern, nur wegen eines geplatzen Termins den sonnigen S├╝den verlassen zu haben. Auf einer Tafel vor dem Caf├ę wird mein Auftritt sogar bereits angek├╝ndigt. Wirklich sehr s├╝├č.

Im Caf├ę ist das Publikum ├╝berschaubar. Nach Irinas Ank├╝ndigung, dass es nun eine Lesung im gr├Â├čeren der beiden R├Ąume des Caf├ęs gibt, zieht eine Frauenrunde in den anderen Raum um. Jetzt sitzen nur noch ein Mann und ein Ehepaar in dem Raum, in dem ich lesen werde. Und das Ehepaar ÔÇŽ sind meine Eltern.

Inge Knickel

Catering

Inge Knickel ist in den Filmen Die Treppe, Die F├╝chsin und Erinnerungen verantwortlich f├╝r das Catering.
An ihrem 24. Geburtstag, am 7.7.’77, heiratet Inge ihre Jugendliebe Wolfgang. Au├čerdem plant die gelernte Architektin den Familienwohnsitz in Alzey. Ihr n├Ąchster Plan, ┬╗4 Kinder┬ź, hat sie in nur vier Jahren verwirklicht. Heute arbeitet sie stundenweise in der Zahnarztpraxis ihres Mannes.

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Inge Knickel

Wolfgang Knickel

Schauspieler

Wolfgang Knickel ist im wahren Leben Zahnarzt und Vater von Dennis Knickel. In Die F├╝chsin ├╝bernimmt er die tragische Rolle des Zahnarztes. Am 8. Mai 1950 wird er in Worms geboren. Nach dem Abitur 1969 und abgeleistetem Wehrdienst studiert er Zahnmedizin an der Johannes Gutenberg-Universit├Ąt in Mainz. 1980 erfolgt die Niederlassung in der eigenen Praxis in seiner Heimatstadt Alzey. Seit 1977 ist er gl├╝cklich verheiratet und Vater von vier Kindern.
Sein erstes Engagement als Schauspieler ├╝bernimmt er gutgl├Ąubig auf die lapidare Frage hin, ob er bereit w├Ąre, in einer ┬╗kleinen Nebenrolle┬ź als ┬╗Zahnarzt┬ź in ┬╗Die F├╝chsin┬ź mitzuwirken ÔÇŽ Hehe.
In Erinnerungen ist er als Edelstatist in der Rolle von Enrico Guzys Vater wiederzusehen.

Mehr ├╝ber die Schauspieler der Tupamaros Film Productions gibtÔÇÖs hier.

Die F├╝chsin - Der Zahnarzt ÔÇô Wolfgang Knickel

Die Lesung macht dennoch Spa├č: Der Mann h├Ârt freudig l├Ąchelnd mit und meine Eltern erleben mich erstmals als Vorleser. Nach der Lesung erfahre ich, dass der Mann der Vater der 17-j├Ąhrigen Kellnerin ist und der Mann erf├Ąhrt, dass das Ehepaar meine Alten sind. Finden wir irgendwie alle ziemlich ulkig. An ihn und Caf├ę-Besitzerin Irina verkaufe ich am Ende noch vier B├╝cher und bleibe noch ein wenig zum Quatschen. Allzu lange kann ich jedoch nicht bleiben: Gegen sechs Uhr werde ich am Gartenfeldplatz in Mainz erwartet.

Mainz: Gartenfeldplatz

Der Wettergott ist mir wohlgesonnen. Es ist zwar nicht sommerlich warm wie im S├╝den der Republik, der Regen bleibt aber gl├╝cklicherweise aus. Am Gartenfeldplatz, dem Szenekiez der Mainzer Neustadt, der gerne mal mit dem Prenzlauer Berg in klein verglichen wird, warten bereits einige meiner Freunde. Es kommt sogar dazu, dass sich einige meiner Freunde, die ÔÇô obwohl sie in Mainz leben ÔÇô sich teils jahrelang nicht gesehen haben, heute wieder aufeinandertreffen. Allein daf├╝r lohnt sich mein Erscheinen schon, wie ich finde. Das ZDF l├Ąsst sich leider nicht blicken. Daf├╝r erscheinen neben meinen Freunden und Eltern auch der Bruder und Freunde meiner Freundin, die mich teilweise noch gar nicht kennen. Sauber, Julia. Auf mein M├Ądel ist Verlass. F├╝r Freunde zu lesen, ist eine sch├Âne, aber auch irgendwie schr├Ąge Sache. Schlie├člich hat mich keiner meiner Freunde bisher als Vorleser erlebt. Umso mehr freue ich mich, als ich nach der Lesung sowohl von Freunden als auch von Fremden gefragt werde, ob ich plane, das Buch auch als H├Ârbuch zu ver├Âffentlichen.
┬╗Ich k├Ânnte dir stundenlang zuh├Âren┬ź, meint eine Freundin von mir.
Diese Frage h├Âre ich tats├Ąchlich nicht zum ersten Mal und mir gef├Ąllt die Idee auch sehr gut. Im Hinterkopf habe ich sie zudem schon seit L├Ąngerem. Wird vielleicht Zeit, dass sie vom Hinterkopf mehr in den Fokus r├╝ckt. Ja, es soll ein H├Ârbuch zu ┬╗Serendipity┬ź geben!
Gerade als ich mit dem Abbau und dem Verkauf von B├╝chern fertig bin, steht mein Kumpel Alex Martens vor mir: ┬╗Verdammt. Hab ichÔÇÖs doch verpasst┬ź, ├Ąrgert er sich kurz. ┬╗Ich bin gerade auf den Gartenfeldplatz gekommen, als ich einen Typen, der hier immer herumsteht, gefragt habe, ob er wei├č, wo die Lesung stattfindet. Daraufhin meinte der nur: ÔÇ║Die hat gerade aufgeh├Ârt ÔÇŽ War total geil.ÔÇ╣┬ź
Yeah, das geht runter wie ├ľl!
Nach und nach verabschieden sich alle Zuh├Ârer. Alex hat gl├╝cklicherweise keine Pl├Ąne f├╝r den Abend und schl├Ągt vor, mit mir auf Jona zu warten, der noch keinen Feierabend hat. Ich will heute wieder bei Jona pennen, da ich morgen ┬╗uff die eebsch Seit┬ź nach Wiesbaden fahren will. Ins hessische Feindesland also, wo das Sch├Ânste noch der Blick r├╝ber nach Mainz ist.
Alex und ich spazieren um den Block und lernen f├╝r einige Minuten einen ├Ąu├čerst am├╝santen Pf├Ąlzer kennen, bevor Jona auf dem Gartenfeldplatz zu uns st├Â├čt. Bevor ┬╗Easy J┬ź und ich abhauen, l├Ądt Alex uns zu einem Bier in seinem neuen Laden ein, der sich direkt am Gartenfeldplatz befindet: das Klotz & Quer.

Ab sofort auch im wunderbaren Klotz & Quer erh├Ąltlich: ┬╗Serendipity ÔÇô Teil 1┬ź

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