Tag 56: And now, the end is here: Aloha Pahoa!

Kaffee, Kiffer, Killerkatzen

Dienstag, 5. Oktober 2004
Pahoa, Hawaii

Traurig, aber wahr: Dies ist unser letzter Tag in Pahoa. Morgen ziehen wir nach Hilo zu Arnott’s Lodge um.
Es gilt also, Pahoa ein letztes Mal in vollen Zügen genießen. Und wie könnte man das besser machen, als noch ein letztes Mal zum Kehena Beach zu trampen? Wieder einmal vermag es der Strand, uns total zu begeistern. Zur wunderschönen Kulisse gesellt sich heute noch der perfekte Statist: Ein knallbunter Papagei fliegt von einer Palme zur nächsten. Kurz darauf gesellt sich zu dem krächzenden Vogel noch ein zweiter Papagei. Wie sich kurz darauf jedoch herausstellt, ist der erste, knallbunte Papagei kein wilder und freier Papagei, sondern ein Hauspapagei, der aber ohne Leine oder dergleichen frei durch die Bucht segelt. Der zweite Papagei scheint wild zu sein. Sehr geil.
Nach dem Kehena Beach geht’s zum Salz abwaschen ins Schwimmbad von Pahoa. Dort muss ich kleinen Jungs, die in ihrem Geschichtsunterricht entweder nur teilweise sehr gut aufgepasst haben oder einen ziemlich beschissenen Lehrer zu haben scheinen, erklären, dass wir in Deutschland keine Juden mehr ins Konzentrationslager verschleppen, »General Hitler« nicht mehr der Boss ist und Anne Frank dieses Jahr keine 74 Jahre alt wird, da sie im KZ ermordet wurde. Wieso erzählen Lehrer in den Staaten den Kindern nicht â€“ wenn sie ihren Zehnjährigen schon nur vom 2. Weltkrieg und nicht auch noch von ihrer eigenen dunklen Geschichte rund um Sklaverei und Rassismus erzählen â€“, dass Nazi-Deutschland Vergangenheit ist? Das ist heute nicht das erste Mal, dass wir Amis erklären mĂĽssen, dass wir nicht in einem Entwicklungsland oder einem (offiziellen) Faschistenstaat leben.
Am Abend gehen wir ein letztes Mal zu Luquin’s, unserem Lieblingsmexikaner. Übrigens ist laut Torey Luquin’s gar nicht der beste Mexikaner!
»Oh really? Where can we get better Mexican food?«
»In Mexico.«
Oh â€¦Â danke, Torey. Die lustige und sympathische Torey ist ĂĽbrigens bereits vergangenen Samstag zurĂĽck nach Arizona geflogen. Ihre amĂĽsantesten Momente hatte sie, wenn sie bekifft zum Fan von Rebekkas Modebewusstsein wurde: »I like your shirt!«
»I like your hat!«
»I like your sweater!«
Zum »finalen Abschluss« wollen wir uns noch einen Kaffee gönnen. Allerdings schlieĂźt Pahoas einziges CafĂ© bereits um 17 Uhr, sodass wir zunächst ziemlich ratlos durch Pahoa ziehen. Dann fällt uns jedoch glĂĽcklicherweise ein, dass man bei Pahoa Natural Groceries Kaffee trinken kann â€¦Â und auĂźerdem gibt es dort vegane Cookies!
So gibt es also wunderbar leckere Cookies und dazu noch kostenlosen Kaffee. Kostenlos, weil es schon viertel vor sieben ist und sie den restlichen Kaffee loswerden wollen. Fett! Nur schade, dass wir dies erst an unserem letzten Tag feststellen dĂĽrfen.
Nun sitzen wir an unserem letzten Pahoa-Abend in unserem Hostel und sind sooo traurig. Pahoa ist tierisch geil!
Das Hostel ist perfekt, die Leute superfreundlich und unsere Koffer wunderschön bunt. Danke Jeremiah! Jeremiah ist im Moment noch dabei, auf Bekkis Kofferdeckel den Kehena Beach zu pinseln. Es sieht bereits sehr, sehr cool und authentisch aus.
Da Verabschiedungen immer etwas ziemlich Blödes sind â€“ Bekki meint, sie wĂĽrden mich zu sehr mitnehmen, pah! â€“, belassen wir es bei einem ganz einfachen: Mahalo Pahoa!

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