Tag 57: In the Middle of Nowhere: Arnott’s Lodge

Kaffee, Kiffer, Killerkatzen

Mittwoch, 6. Oktober 2004
Hilo, Hawaii

Heute ist es dann also soweit: Aloha Pahoa.
Infolgedessen wird aus diesem Mittwoch der große Umzugstag. Jeremiah hat es tatsächlich geschafft, auch Bekkis Koffer fertig zu bepinseln. Sieht absolut genial aus. Jetzt müssen wir unsere Kofferdeckel allerdings noch mit Lack überpinseln, sodass die Kunstwerke erhalten bleiben.
Nachdem man sich weigert, uns im Pahoa Natural Groceries die Rezepte fĂĽr die pervers genialen veganen Torten zu geben, packen wir unsere Sachen und verabschieden uns von Jeremiah und Co.
Gerade als wir: »Aloha and Mahalo!«, sagen wollen, kommt ein Polizeiwagen mit unseren Fahndungsbildern an der Scheibe vorgefahren und eröffnet das Feuer. Von überall her kommen vermummte FBI-Agenten angerannt und selbst der DEA ist vor Ort. Als wir von einem Typen, der wie Harrison Ford aussieht in Handschellen gelegt werden, ist uns klar: Im Verabschieden sind die Amis nicht besonders gut.
… nein. Jeremiah verabschiedet uns wie alte Freunde und trägt uns sogar zwei Koffer auf die StraĂźe. Pete meinte bereits gestern, dass wir immer wieder bei ihm willkommen wären. Er hofft jedoch, dass nächstes Mal die Ausbauarbeiten fertig sein werden.
Jeremiah offenbarte uns bereits vor einigen Tagen die »Vision Pete’s Youth Hostel«: Der Campingplatz soll mit alten VW-Bussen vollgepflastert werden. Diese VW-Busse sollen dann â€“ wie Zimmer eingerichtet â€“ mit einem Planendach miteinander verbunden werden, sodass eine Art Zeltflur entsteht. Da wir so etwas noch nie gesehen bzw. selten so eine kreativ geniale Idee gehört haben, ist klar: Pahoa, wir kommen wieder!
Nach wenigen Minuten an der Straße, bekommen wir erstaunlich schnell unseren ersten von insgesamt zwei Rides zu Arnott’s Lodge.
Unser neues Zuhause befindet sich im äuĂźersten Nordosten Hilos. Das bedeutet, dass wir ganz weit weg von der Downtown und genauso weit weg vom Wal Mart/der Prince Kuhio Plaza sind. Oder, um es melodramatischer auszudrĂĽcken: Wir sind ganz weit weg â€¦Â von allem.
Dies bekommen wir noch am selben Abend am eigenen Leib zu spüren. Nachdem wir uns »zeltlich« niedergelassen haben, trampen wir von Arnott’s in die Downtown. Auf der Suche nach Essen sprechen uns zwei Männer an: »Hey, you’ ve got to eat here! It’s the best food in town.«
Aha.
»And there’s live music tonight!«
Oho. Und wer seid ihr zwei beiden?
»I am the owner â€¦Â and I am the live music!«
Na dann.
Der Mexikaner ist wirklich nicht schlecht, Luquin’s bleibt jedoch besser. Das beste mexikanische Restaurant ist Luquin’s dennoch nicht. DafĂĽr mĂĽsste man schon â€¦Â naja â€¦Â nach Mexiko gehen.
Voll gefressen, machen wir uns zu FuĂź auf den Weg zur Uni â€“ knappe 40 Minuten.
Mainz 05 und St. Pauli haben gewonnen, meine Eltern sind jetzt auch im Urlaub, Bekkis Bruder ist zum Schulstreber mutiert und zu Hause hat es morgens um acht Uhr ganze neun Grad â€¦Â zurĂĽck zu Arnott.
Boah, was ein Weg! 90 Minuten später erreichen wir endlich bei unser Zelt. Hilo ist einfach eine scheiĂź Stadt: Keine Busse, keine S-Bahn, eine viel zu kleine Altstadt und die Neustadt ist so interessant wie das Alzeyer Industriegebiet.
»Wieso ziehen die Deppen denn dann von Pahoa nach Hilo?«, mag sich der geneigte Leser fragen. Die Antwort darauf werden wir morgen liefern â€¦

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