Tag 52: Geschichten aus San Francisco

Serendipity – Teil 2

2012 12 31 09.36.08

Montag, 31. Dezember 2012 – New Year’s Eve
San Francisco

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Der Tag des Abschieds ist gekommen. Casey hat mich bereits dazu eingeladen, auch alleine länger bei ihm zu bleiben. Also muss ich mir glücklicherweise keine Gedanken darüber machen, wo ich heute, an Silvester, unterkommen kann.
Ich stemme mir den überdimensionalen Müllsack mit Caris Bett- und Campingzeug auf den Rücken und schon geht’s früh am Morgen los in Richtung Fisherman’s Wharf. Melissa und ihre Familie haben dort im Holiday Inn die letzten Tage gewohnt. Gegen halb neun erreichen wir das Hotel. Das war’s dann also …
»What are you going to tell your mom about our trip?«, frage ich Cari. Ihre Antwort schafft es, mich ganz schön ins Schwitzen zu bringen: »I’ll tell her that I met a man who treated me better than anyone else has ever treated me before – in all my life …«
Ich küsse sie und wünsche mir dabei, dass sie nicht in dieses blöde Auto steigen und mich verlassen wird. Meine bisherigen Versuche, sie davon zu überzeugen, sind allesamt fehlgeschlagen. Cari und sogar der Müllsack passen leider problemlos ins Auto. Der Motor wird gestartet und schon sind sie weg. So schnell geht das. Ihre Schlagfertigkeit, ihr Humor, unsere blöden kleinen Competitions, die Zärtlichkeiten … Ich muss sie unbedingt wiedersehen.
Die Sonne strahlt, als ich traurig die Piers entlangspaziere. Ein Angestellter der Stadt reinigt den Boden mit einem Wasserstrahl. Sonst ist noch kaum jemand unterwegs. Ich verirre mich zu den Seelöwen. Auch bei den entspannten Tieren fehlen die Touristenmassen. Einen morgendlichen Spaziergang entlang der Piers kann ich also wärmstens empfehlen.

Ich entscheide mich spontan dazu, auf den zwar nur 84 Meter hohen, aber dafür ziemlich steilen Telegraph Hill zu steigen. Es dauert allerdings ein wenig, bis ich den Aufstieg finde. Die Kearny Street, die sich bis zur Market Street hinunterzieht, endet überraschenderweise in einer Sackgasse und wird erst auf der anderen Seite des Hügels fortgesetzt. Auch die parallel verlaufende Montgomery Street endet auf einmal vor einer Steilwand. Erst an der Ecke Greenwich und Montgomery entdecke ich einen Fußgängerweg, der sich den steilen Hügel hinaufzieht. Der Weg ist eine Treppe, die sich durch terrassenförmig angelegte Gärten zieht. Hier und da kann man die Treppe verlassen und es sich im Grün gemütlich machen. Eine Parkuhr, ein aus Stein geformter Tiger und der mit Mosaiken bestückte Globus verstecken sich zwischen den Bäumen und Sträuchern. Der Ausblick wird aber meist von den Bäumen versperrt. Demnach komme ich doch relativ flott, aber mit schweren Oberschenkeln oben an. Ich sollte mal wieder regelmäßig Sport betreiben …

Der Telegraph Hill hätte ursprünglich eigentlich Semaphore Hill heißen müssen. Da jedoch vermutlich kaum ein Mensch weiß, was ein Semaphor ist, hat man sich wohl für die populärere und weiter entwickelte Telegrafie als Namensgeber entschieden – die auch nach nur vier Jahren den dann bereits veralteten Semaphoren ablöste. Ja, die rasende Entwicklung der Technik in der Mitte des 19. Jahrhunderts …
Beim Semaphoren dienten bewegliche Tafeln oder Fahnen als Botschaftsübermittler. Auf dem Telegraph Hill stand von 1849 bis 1853 ein solcher Mast, der den Bewohnern der Stadt mitteilte, welche Art von Schiff mit welcher Ladung gerade in den Hafen einlief. Eine Legende besagt, dass die Signale des Semaphoren nach einiger Zeit den Bewohnern San Franciscos so bekannt waren, dass sie ein jeder verstehen konnte. Als eines schönen Tages eine Theatergruppe ein Stück präsentierte, in dem in einer Szene ein Darsteller seine Arme gen Himmel reckte und: »Oh God, what does this mean?«, ausrief, antwortete angeblich ein Zuschauer aus dem Publikum: »Sidewheel steamer!«
Der Schelm im Publikum erntete daraufhin tosenden Applaus.
Auf dem flachen Gipfel des Telegraph Hill befindet sich heute der Pioneer Park. Die kleine Parkanlage – die mehr ein schick angelegter Wendehammer ist – wurde 1876, zur Hundertjahrfeier der Unabhängigkeit Amerikas, eingeweiht. 1957 spendierte die italo-amerikanische Gemeinschaft der Stadt eine bronzene Columbus-Statue, die seitdem über die Bucht wacht. Bereits 1933 wurde an der Stelle, an der einst das Haus mit dem Mast des Semaphoren beziehungsweise Telegrafen stand, ein im Art-déco-Stil gestalteter und aus unbemaltem Stahlbeton gefertigter, 64 Meter hoher Turm erbaut.

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Und dieser Turm hat eine sehr schöne und spannende Geschichte …

<center>Lillie Hitchcock Coit: Das Leben der Miss San Francisco</center>
Elizabeth Wyche Hitchcock Coit, genannt Lillie, lebte von 1843 bis 1929 und hatte ein wahrlich ungewöhnliches Leben für eine Frau jener Zeit. 1851 kam das Einzelkind mit ihren Eltern von West Point, New York, mit der Tennessee nach San Francisco. Lillies Vater, Dr. Charles M. Hitchcock, war ein angesehener Militärarzt.
Lillie brach schon bald die Normen jener Zeit, rauchte Zigarren, war eine leidenschaftliche Spielerin und trug Hosen. Die Hosen benötigte sie zudem, um Eintritt in die nur für Männer zugelassenen Spielhöllen von San Franciscos North Beach zu erhalten. Eine Hose war jedoch nicht genug der Verkleidung. Angeblich, so sagt man, habe sich Lillie für ihre Spielleidenschaft sogar den Kopf rasiert, damit ihre Männerperücken besser hielten. Ab und an organisierte die sehr bekannte Tochter aus wohlhabendem Hause auch mal gerne private Boxkämpfe. Hierfür mietete sie sich ein Zimmer in ihrem Stammhotel, dem eleganten Palace Hotel, und engagierte zwei Boxer und einen Ringrichter. Lillie selbst machte es sich auf einem Stuhl, den sie auf einen Tisch platziert hatte, gemütlich und beobachtete das Spektakel. Einmal, so heißt es, schlug der Ringrichter nach einigen Runden ein Unentschieden vor. Lillie winkte ab. Der Kampf solle weitergehen: »To its conclusion – a bloody knockout!«
Dieses fraglos etwas extravagante Hobby machte alsbald die Runde – weit über San Franciscos Grenzen hinaus. Der Boston Globe druckte einen Artikel, in dem man sie dafür lobte, eine Pionierin für einen »new way of life for women« zu sein. Die New York World hingegen nannte die privaten Boxkämpfe der Miss Hitchcock einen »erschütternden Schock«.
Boxen, Poker und Pferdewetten waren nicht die einzigen Passionen, derer sich Lillie voll und ganz hingab. Noch größer und bereits seit Kindheitstagen präsent, war ihre Faszination für die Feuerwehr.
Lillie und ihre Eltern lebten noch nicht lange in San Francisco, als zwei Tage vor Weihnachten ein Brand in dem Hotel loderte, in dem sie mit ihrem Vater war. Ein Feuerwehrmann der Knickerbocker Engine Company No. 5 rettete die kleine Lillie aus einem der oberen Stockwerke. Die Faszination wuchs und Lillie wurde fortan regelmäßig dabei beobachtet, wie sie ihre Helden der No. 5 beim Löschen von Bränden anfeuerte. Die Faszination von Kindern für Feuerwehrmänner war zu jener Zeit üblich. Feuerwehrmänner waren stets Freiwillige, die eigentlich Ärzte, Anwälte, Händler, Bänker und so weiter waren. Jeder, der ein rotes Hemd einer Company trug, war ein Held. Lillie selbst lebte direkt gegenüber der Company No. 4. Ihr Herz schlug aber für die Jungs der Number 5.
Als Lillie 15 Jahre alt war und sich nach der Schule auf dem Heimweg befand, begegnete sie den Feuerwehrleuten der No. 5, die ihre Station auf der unweit des Telegraph Hill gelegenen Sacramento Street, nahe der Sansome Street hatten. Die Männer wurden wegen eines Hausbrands auf dem Hügel alarmiert. Allerdings war die Feuerwehr knapp an Personal, sodass der Löschwagen nicht hinterherkam. Die Feuerwehrstationen jener Zeit standen in einem harten Konkurrenzkampf und die Männer der No. 5 konnten sich bereits ausmalen, wie erniedrigend die Freiwilligen der Manhattan No. 2 und der Howard No. 3 auf diesen Schlamassel reagieren würden. Doch es sollte anders kommen: Das Schulmädchen am Straßenrand erkannte die, im wahrsten Sinne des Wortes, brenzlige Situation, schmiss ihre Schulbücher auf den Boden, schnappte sich eine freie Stelle des Zugseils, setzte all ihre überschaubare Kraft ein und beauftragte umherstehende Passanten damit, dabei zu helfen die Löschmaschine auf den Hügel zu schieben, um noch vor den Männern der No. 2 und der No. 3 am Brand anzukommen: »Come on, you men! Everybody pull and we’ll beat ’em!«
Jeder half. Die Männer der No. 5 erreichten als Erste den Brand und löschten ihn. Durch diese Aktion wurde Lillie zum Inbegriff des Freiwilligendienstes und zum Maskottchen der Feuerwache No. 5. Und ihre Eltern konnten sie seit jenem Tag nicht mehr daran hindern, bei jedem Ertönen der Feuerglocke aufzuspringen und zum Einsatz zu rennen. Das war nicht die größte Freude für die in den höheren Kreisen der Gesellschaft verkehrenden Hitchcocks. Doch alles Naserümpfen ließ Lillie kalt. Sie lebte ihren Traum.
Eines Tages kam Lillie aus Grace Cathedral, wo sie einen Probedurchlauf als Brautjungfer für eine Hochzeit hatte. Auf der Market Street war ein Brand ausgebrochen, den außer den Helden der 5 auch eine andere Company bekämpfte. Auf zwei Leitern standen ein Feuerwehrmann der 5 und einer der Konkurrenz. Als der Konkurrent Lillie in ihrem schicken Dress auf der Straße erblickte, rief er höhnisch zum Kollegen der 5: »She’s only a featherbedder!«, was so viel heißt wie: »Sie hat keinen Nutzen, sondern soll nur schön aussehen.«
Der Mann von der 5 wurde daraufhin wütend, drehte seinen Löschstrahl unvermittelt vom Gebäude ab und zielte auf Lillie. Obwohl sie überrascht war, reagierte sie sofort, winkte und ging gekonnt, so wie es ein Firefighter lernt, in Deckung. Der Feuerwehrmann lenkte den Schlauch wieder auf das brennende Haus und rief zu seinem Kollegen: »Told you she’s no featherbedder!«
Durch ihre Jugend und ihr gleichzeitig sehr erwachsenes Auftreten wurde aus dem Mädchen, das zum Maskottchen avanciert war, eine anerkannte Feuerwehrfrau und final gar die Schutzpatronin sämtlicher Feuerwehrleute der Stadt: Es sollte keine Galaparade mehr geben, bei der sie nicht, mit Fahnen und Blumen geschmückt, auf dem Wagen der Knickerbocker No. 5 saß.
Lillie Hitchcock wurde ob ihrer eher maskulin geprägten Vorlieben nicht unbedingt von jedermann der High Society als »Lady« betrachtet. In anderen Kreisen war sie dafür umso angesehener: Obwohl sie nicht die pure Schönheit gewesen sein soll, nannte man sie im Alter von 18 Jahren die »undisputed belle of San Francisco«. Diesen Spitznamen hatte sie mehreren Faktoren zu verdanken: So galt sie als intelligent und schlagfertig gewitzt, außerdem als sehr gute Sängerin, Tänzerin und Gitarristin. Andere verbanden den Spitznamen mit dem Grundbesitz und den 60.000 Dollar, die sie von ihrem Großvater geerbt hatte.
Im selben Jahr, dem Jahre 1861, verliebte sich Lillie. Da Lillies Mutter jedoch mit den Konföderierten sympathisierte und der Sezessionskrieg gerade ausgebrochen war, schnappte sich Lillies Mutter ihre Tochter und verschwand mit ihr für einige Zeit nach Europa. Der Krieg endete erst 1865, doch Lillie und ihre Mutter kehrten bereits früher wieder zurück.
Am 3. Oktober 1863 erfuhr Lillie die – wie sie selbst sagte – größte Ehre ihres Lebens, ihr größter Stolz. Obendrein war es auch der Beweis, dass ihre Stadt und ihre Helden sie nicht vergessen hatten: Die Knickerbocker Engine Company No. 5 ernannte sie zum Ehrenmitglied, verlieh ihr ein Rangabzeichen und eine goldene Plakette. Sie war somit die erste Frau der Vereinigten Staaten, die Mitglied einer freiwilligen Feuerwehr war. Lillie trug beide Ehrungen fortan ständig und zu sämtlichen Kostümen als Schmuckstücke. Unter ihren Kostümen trug sie zudem stets Unterwäsche, auf der eine »5« eingestickt war. Selbst in ihren Namen baute sie die »5« ein und wenn sie beispielsweise einen Fächer in Auftrag gab, beinhaltete ihr Monogramm eine »5«.
Lillie war auch für die Blumen und Tischdekorationen der jährlich zelebrierten Geburtstagsfeiern der Knickerbocker 5 verantwortlich – auf ihren eigenen Wunsch natürlich. Später am Abend erschien sie dann immer, gekleidet in einen schwarzen Seidenrock, einem roten Hemd der Feuerwehr, einer schwarzen Krawatte und ihrem Veteranengürtel, den sie erhielt, als die freiwilligen Feuerwehren zu bezahlten Einheiten wurden. Lillie wäre nicht Lillie gewesen, hätte sie nicht zusätzlich noch … ihren Helm aufgesetzt. Selbstverständlich wurde ihr alljährlich ein Toast ausgesprochen. Man liebte sie hier.
Natürlich konnte es nicht lange dauern, bis die junge Miss Hitchcock wieder in aller Munde war. Den Mann ihrer Träume hatte sie noch nicht für sich gewinnen können, dafür das Herz eines anderen Mannes … und ein weiteres Herz eines Dritten. Angeblich soll sie sich sogar mit beiden Männern verlobt haben und – um das Gewicht ausgeglichen und fair zu verteilen – täglich die Verlobungsringe an ihrem Finger gewechselt haben. Es soll Dutzende Männer gegeben haben, die Lillies Herz erobern wollten. Doch darin war nach wie vor Platz für nur einen Mann … der Mann, den sie wirklich liebte. Dieser Mann war ein gewisser Benjamin Howard Coit, seines Zeichens an der Börse tätig. Als Lillie es endlich schaffte, ihn für sich zu gewinnen, waren dem wohlhabenden Mr. Coit die Verrücktheiten und der zweifelhafte Ruf, der an Miss Hitchcock haftete, glücklicherweise entweder egal oder er empfand sie als umso liebenswerter. 1869 läuteten anstelle der Feuerglocken die Kirchenglocken. Die beiden wurden zum Zentrum der elitären Gesellschaft San Franciscos und bereisten fortan gemeinsam die Welt. Es ist nicht überliefert, was Lillie auf ihren Reisen wieder leistete oder ob es schlichtweg ihr Vermögen und Stand in der Gesellschaft waren, aber irgendwie schafften sie und Howard es, an den Hofe Napoleons III. und vom indischen Maharadscha eingeladen zu werden. So brachten Lillie und ihr Mann die extravagantesten Geschenke und Erinnerungsstücke von ihren Reisen mit zurück nach San Francisco.
Allzu lange sollte das Eheglück aber nicht anhalten. Howard wurde untreu und betrog die verzweifelte Lillie ein ums andere Mal. Sie versuchte, ihn wieder zurückzugewinnen, scheiterte jedoch. In den frühen 1880er Jahren verließ sie ihn schließlich und zog aufs Land.
1885, im Alter von 47 Jahren, verstarb Lillies Ehemann und hinterließ ihr eine viertel Million Dollar. Genug Geld, um geliebte, alte Gewohnheiten wieder aufleben zu lassen, die in den Jahren des Kummers immer seltener stattfanden und schließlich komplett aufhörten.
Lillie, nun auch schon über 40, konnte bei Einsätzen ihrer Feuerwehr nicht mehr aktiv mitwirken. Sie verlor aber keineswegs ihre Leidenschaft für die Feuerbekämpfung. Sie konzentrierte sich lediglich mehr auf ihre Rolle als Schutzheilige, besuchte kranke oder verletzte Kollegen und leistete Beistand, wenn der Tod nahte. Lillies »Old Boys« der No. 5 dankten ihrem Engel für ihren lebenslangen Einsatz, indem sie eines Tages sogar damit begannen, auf sie zu schwören.
Zum berüchtigten Stadtgespräch wurde Lillie wieder, als sie sich nach dem Tode Howards und als Mann verkleidet, auf einen Campingtrip mit fünf Herren begab und die schäbigsten Hafenkneipen unsicher machte. Der negative Höhepunkt rund um Lillies ausschweifendes Leben wurde Anfang des neuen Jahrhunderts erreicht: Ein Verwandter geriet mit ihr in Streit, da er ihre Finanzen regeln, sie somit also wohl bevormunden wollte. Lillie lehnte ab, woraufhin der Mann versuchte, Lillie zu erschießen. Ein Retter warf sich jedoch dazwischen und fing die Kugel ab. Der Mann starb. Lillie verließ ihre geliebte Stadt daraufhin wieder und kehrte nur noch sporadisch zurück.
Am 22. Juli 1929, wenige Wochen vor ihrem 86. Geburtstag starb die gute Lillie H. Coit5. Das Dienstmädchen Floride Green, das Lillie ihr komplettes Leben lang begleitet hatte, traf auf einen Feuerwehrmann, der Wache für die tote, alte Dame mit dem weißen Haar hielt. Floride fragte den Mann, von welcher Feuerwache er sei.
»Number 5«, antwortete dieser. »A guard from that company keep watch day and night while she lay there.«
Es sei eine Ehre für ihn und seine Kameraden, führte er weiter aus, dass seine Company die Totenwache für diese Frau leisten dürfe. Am Tage der Beisetzung übernahmen plötzlich die Feuerwehrmänner die Spitze des Leichenzugs und führten die Trauernden zu Grace Cathedral. Als sie die Stufen der Kathedrale erreichten, warteten dort drei der noch vier lebenden Feuerwehrmänner aus der Zeit, als noch Freiwillige – so wie Lillie – für den Brandschutz in San Francisco verantwortlich waren: Samuel Baker, Captain J. H. McMenomy und Richard Cox. Sie ernannten sich selbst zu einer speziellen Ehrengarde und führten die Träger des Leichnams zum Altar. Jemand versuchte, die alten Männer zu einem schnelleren Gang zu animieren. Doch die Alten ließen sich ihre Zeit. Vorne angekommen legte ein jeder der dreien ehrfürchtig seine Hand auf den Sarg und sprach persönliche Abschiedsworte an Amerikas erste Feuerwehrfrau.
»They felt that she belonged to them and it was exactly what she would have liked«, schrieb Floride Green später.
Nachdem der Leichnam an den vor der Kathedrale mit Helm vor der Brust Spalier stehenden restlichen Feuerwehrmännern der Stadt vorbeigetragen wurde, beerdigte man Lillie gemeinsam mit ihrem Abzeichen der Knickerbocker Engine Company No. 5 – einer goldenen »5«.
Nun sollte man meinen, dass dies der offizielle und letzte Abschied der Stadt von einer ihrer wohl schillerndsten Persönlichkeiten war. Doch Lillie sorgte auch posthum für gern entgegengenommene Probleme: Sie vermachte der Stadt, die sie so sehr liebte, ein Drittel ihres Vermächtnisses, 100.000 Dollar. Das Geld sollte »in an appropriate manner«, also in angemessener Weise, zur weiteren Verschönerung der Stadt dienen. Es wurde einige Zeit darüber gerätselt, wie Lillies »in angemessener Weise« zu interpretieren sei. Letzten Endes entschied man sich dazu, eine Statue zu Ehren der Feuerwehr zu errichten. Diese lebensechte Gruppe dreier Feuerwehrmänner steht am Washington Square. Einer von ihnen trägt ein Kind auf seinen Armen – vielleicht, um an Lillies Rettung in jungen Jahren zu erinnern. Das zweite Projekt, das man mit dem Vermächtnis der Lillie Hitchcock Coit umsetzte, ist ein 64 Meter hoher, aus unbemaltem Stahlbeton errichteter Turm im Art-déco-Stil, der auf jenem Hügel steht, auf dem die Geschichte einer außergewöhnlichen Frau begann: der Coit Tower auf dem Telegraph Hill.

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Leider kostet es sieben Dollar, um mit dem Fahrstuhl zur Aussichtsplattform des geschichtenumwobenen Coit Towers zu fahren. Einen Studentenrabatt gibt es nicht. Da die Aussicht auch vom Pioneer Park sehr schön ist und ich ein wenig Geld sparen möchte, bleibe ich im kostenfrei zugänglichen, unteren Teil des Turms und schaue mir lediglich die eindrucksvollen Wandbilder an.

<center>Die Wandbilder des Coit Tower</center>
Die Wandbilder wurden hauptsächlich von Lehrern und Studenten der California School of Fine Arts (CSFA) angefertigt und erinnern mich an die Werke Diego Riveras. Tatsächlich gibt es auch eine Verbindung zwischen den 1934 entstandenen Wandbildern im Coit Tower und dem Ehemann von Frida Kahlo: Zur selben Zeit, in der das Innere des Coit Tower verziert wurde, ließ Nelson Rockefeller Diego Riveras Wandbild »Man at the Crossroads« im Rockefeller Center zerstören, da der Künstler Lenin darauf abgebildet hatte. Infolgedessen stellten die Künstler der CSFA Streikposten am Coit Tower auf. Es blieb nicht nur bei der Demonstration: Manche Künstler bauten ebenfalls linke Ideen in ihre Gemälde ein. So sieht man in Bernard Zakheims »Library« einen Mann, der mit seiner linken Hand eine Zeitung zerknüllt, während er mit der rechten nach Marx’ »Das Kapital« greift. Auch Rockefellers Zerstörung von Riveras Kunstwerk ist in einem Zeitungsartikel an der Wand verewigt. Victor Arnautoff zeigt in »City Life« eine Zeitung, die »Daily Worker« heißt und bei John Langley Howard marschieren Arbeiter der unterschiedlichsten Ethnien einträchtig auf den Betrachter zu. Nahezu jedes Bild erweckt in mir den Eindruck, als läge San Francisco in einem Arbeiter-und-Bauern-Staat.

Ich mache mich wieder auf den Weg nach unten. Diesmal nehme ich nicht die Treppen der Greenwich Street, sondern laufe zunächst den Telegraph Hill Boulevard entlang.

Es gibt noch eine weitere steile Treppe auf der Ostseite des Hügels. Es sind die Treppen der Filbert Street, die sich einen Block südlich der von mir erklommenen Stufen befinden. Auch diese Treppen lasse ich hinter mir und nehme stattdessen ein paar Stufen, die mich auf der südwestlichen Seite des Hügels zur Ecke Filbert und Kearny Street führen. Hier treffen die beiden Straßen aufeinander und werden, nachdem der Telegraph Hill sie unterbrochen hatte, wieder fortgesetzt. Gen Westen verläuft die Filbert Street zunächst steil nach unten, bevor sie sich wieder in die Höhe erstreckt und sich zwischen der Hyde und der Leavenworth Street mit einer Steigung von 31,5 %, das sind 17.5°, zu einer der steilsten befahrbaren Straßen der westlichen Hemisphäre auftürmt.

Ich stapfe die am Telegraph Hill ebenfalls sehr steile Kearny Street in Richtung Süden.

Vallejo Street

Vallejo Street

Zwischen der Vallejo Street und dem Broadway wird der Bürgersteig links und rechts der Einbahnstraße wegen des starken Gefälles zu einer Treppe.

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Dort, wo die Kearny Street die Columbus und die Pacific Avenue kreuzt, bewundere ich wieder einmal die Schönheit der Häuser. Besonders der Columbus Tower, der auch Sentinel Building heißt, sieht gigantisch aus.

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Ich spaziere die Columbus Avenue weiter. An der Kreuzung mit der Montgomery und der Washington Street steht – nach dem Columbus Tower – bereits das nächste Flatiron Building. Dieses ist strahlend weiß, mit schwarzen Säulen links und rechts der Eingangstür. Gegenüber befindet sich die Transamerica Pyramid. Bevor die Transamerica Corporation in die Pyramide zog, war das weiße Bügeleisenhaus der Sitz des Finanzdienstleistungs- und Versicherungsunternehmen. Seit der Fertigstellung der Pyramide 1972 hat die Church of Scientology ihren Sitz im schicken Häuschen. Ich drücke meine Nase an die Fenster der Tür, um zu sehen, ob Außerirdische darin umherlaufen, an UFOs geschraubt wird oder Menschen gefoltert werden. Doch ich sehe nichts dergleichen. Ich erspähe lediglich eine Dame mit einem Buch – das sicherlich von Großmeister Hubbard verfasst wurde. Als sie mich plötzlich sieht, winkt sie mich freundlich lächelnd herbei. Hätteste wohl gern. Aber mich kriegt ihr nicht!

Ich flüchte mich in die Pyramide. Gefahren und Verschwörungen gibt es in Pyramiden schließlich nie. Jetzt will ich aber doch mal hoch hinaus und die Stadt von oben sehen. Nicht zuletzt, weil Cari mir davon erzählte, dass sie es schon in eine Wohnung oder ein Büro in diesem Gebäude geschafft hat. Das will ich auch. Der nette schwarze Mann mit dem schwarzen Anzug an der hellen Rezeption will das aber leider nicht. Stattdessen packt er einen Neuralyzer aus und nennt es das »flashy thing«.

Ich bin weg und finde mich kurz darauf in Chinatown wieder.
Chinatown beginnt nur wenige Meter westlich der Transamerica Pyramid. Ich spaziere durch ein kleines Lebensmittelgeschäft, das wieder einmal eher nach einer Apotheke aussieht, und beobachte eine asiatische Familie, bei der jedes Mitglied ein prächtiges Blumengesteck vor sich trägt.

Ich verlasse Chinatown und komme am römisch anmutenden Ritz Carlton vorbei.

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Unter mir verläuft der Stockton Tunnel in Richtung Union Square. An der Ecke Bush und Stockton endet der Tunnel. Ich nehme die Treppen, um eine Etage tiefer zu kommen und schaue mich nach einem guten Platz zum Mittagessen um. Da fällt mir auch schon gleich etwas ein: Zu Mittag gibt’s mal wieder Panang Curry im King of Thai Noodles House. Gab’s ja nun schon länger nicht mehr.

Danach nehme ich den Bus zurück zum Ocean Beach. Diese Linie bin ich noch nie gefahren, aber die Endhaltestelle klingt irgendwie nicht allzu falsch. So ist es dann auch.

Casey ist noch nicht zu Hause, weswegen ich beschließe, die Nachbarschaft in Richtung Landesinneres ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. Ich spaziere die Noriega Street entlang. Dreht man sich nach Westen, sieht man den Ozean, im Osten den Sutro Tower, der auf einem der beiden Gipfel der Twin Peaks in die Höhe ragt. Die 298 Meter hohen rot-weißen Stahlantennen, die für den Empfang von Fernseh- und Radiosendern errichtet wurden, sieht man von fast überall in der Stadt.
Ich stelle überrascht fest, dass die Noriega Street eine weitere kleine Chinatown ist. Zwischen der 33rd und der 30th Avenue reiht sich ein asiatisches Geschäft an das nächste. Auch einen Safeway gibt es hier.

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Casey meldet sich. Er ist wieder zurück. Als ich zu Hause ankomme, setzen wir uns in den Hinterhof, in dem ein recht schicker Holzpavillon steht. Casey philosophiert über Politik. Er ist erschreckenderweise eher ein Republikaner, denkt aber, dass die Tea Party die Partei kaputt oder zumindest nicht mehr wählbar macht. McCain, so meint er, war ein guter Kandidat, aber als er Sarah Palin als Vize präsentierte, wurde er unwählbar. Letztlich hat Casey Obama gewählt, findet seine erste Amtszeit aber unglücklich: »Obama has a lack of balls.«
Mein mir dennoch nach wie vor hochsympathischer Gastgeber ist durchaus stolz auf die Vergangenheit der USA, als man noch Kriege gekämpft hat, um Gutes zu tun und nicht für Öl und andere verwerfliche Interessen. Casey war auch einmal Soldat. Das kann ich mir – bei aller Fantasie – aber nicht so wirklich vorstellen. Jetzt verdingt er sich als Schauspieler: Theater, Filmstatist und sogar bei Musicals. Das würde ich mir zu gerne einmal anschauen. Der Mann erscheint mir unberechenbar. Er hat sich die Schauspielerei und das Singen zudem selbst beigebracht. Yeah, DIY rules!
Casey und ich holen uns beim Chinesen, dem preiswerten Win Fook Restaurant auf der Noriega Street, unser Abendessen. Der Laden ist ziemlich schräg. Die wenigen Tische sind mit Kartons und Tüten vollgestellt. Hinsetzen soll sich hier wohl niemand. Alle, die hineinkommen, machen es wie wir: Es wird etwas bestellt, gewartet und wieder abgehauen. Dabei wäre der Laden groß genug, um auch am Tisch zu servieren. Vielleicht wollen sie ja einfach nicht und können somit die Preise niedrig halten. Die Portionen aus dem unhübschen Imbissrestaurant sind richtig groß und auch wirklich gut.
Heute ist also Silvester. In Amerika, erfahre ich, böllert man nicht selbst. Als ich erzähle, dass in Berlin die Raketen sogar in der Horizontalen durch die Straßen fliegen, starren mich zwölf weit aufgerissene Augen ungläubig an. Ach ja, die verheirateten Couchsurfer Jill und Manton sind mittlerweile ebenso zu uns gestoßen wie Alex – der dicke Mann mit der radikalen Diät – und ein Pärchen, deren Namen ich wieder vergessen habe. Wir bilden heute das Party-Septett. Manton ist übrigens Soldat und genießt seinen kurzen Urlaub mit seiner Frau auf der Couch in Caseys WG. Die beiden sind sehr liebe Menschen und man kann sich schön mit ihnen unterhalten.

Die öffentlichen Verkehrsmittel sind heute schon wieder kostenfrei. Schließlich feiert heute die ganze Welt und da will man doch nicht zehnmal so viel verdienen wie an Durchschnittstagen. Klingt logisch? In Deutschland regieren wohl die böseren Kapitalisten. Von 20 bis sechs Uhr operiert Muni also kostenlos. Dementsprechend ist an den Haltestellen auch viel los. So viel, dass irgendwann sogar keiner mehr mitgenommen werden kann. Für diese Menschen wird es langsam knapp, noch rechtzeitig zur Feuerwerksshow am Embarcadero zu erscheinen. Die Show beginnt natürlich pünktlich um Mitternacht und soll große Klasse sein. Speziell Alex und Casey freuen sich wie die kleinen Kinder und schwärmen uns vor, dass das Feuerwerk auf die Musik abgestimmt abgefeuert wird und einfach nur gigantisch ist. Ich bin gespannt.
Es dauert ewig, bis wir endlich ankommen. Als wir aussteigen, begegnen wir unzähligen Polizisten. Ich denke zunächst, dass das die amerikanische Paranoia ist, muss dann aber feststellen, dass eine Person wohl von einem Zug erfasst wurde. Alex sagt, er habe die sehr tot aussehende Person auf den Gleisen liegen sehen. Ich sehe sie nicht, worüber ich auch froh bin.
Casey glaubt zu wissen, von wo aus wir die beste Sicht auf das Feuerwerk haben. Natürlich läuft das alles nicht ohne endlose Diskussionen mit Alex ab, der primär aber darauf hinaus will, dass er Gedränge nicht mag. Der alte Nerd meint, dass er sich wie in einem Ballerspiel fühle. Muss man sich bei solchen Aussagen Sorgen machen? Eher nicht: Er will sich auf diese Weise wohl nur beruhigen – bekanntes Terrain und so …

Wir schlagen uns in Richtung Ferry Building durch.

<center>Ferry Building</center>
1898 eröffnete das in siebenjähriger Arbeit im Beaux-Art-Stil errichtete Fährterminal. Aus der Mitte des Hafengebäudes ragt ein weißer Uhrenturm, dessen vier Zifferblätter einen Durchmesser von knapp sieben Metern haben. Durch den Bau der Golden Gate und der Bay Bridge verloren die Fähren und somit auch das Terminal an Bedeutung. Das Gebäude, welches nach dem Bahnhof Charing Cross in London einst der zweitgrößte Umschlagplatz der Welt war, gewann erst ab 2003 wieder an Zugkraft, als es nach einer Renovierung mit Büros, Delikatessenläden, San Franciscos bekanntestem Bauernmarkt und auch wieder mit Fähren Besucher anlockte.

Jill muss unbedingt mal pinkeln. Hier stehen zwar gefühlte 5000 Chemietoiletten herum, aber es dauert trotzdem, bis sie und Manton wieder zurück sind. Kaum sind sie zurück, meldet sich der Nächste mit gefüllter Blase. Ob wir es wohl jemals bis an den Pier schaffen werden?
Wir schaffen es. Das Feuerwerk soll über dem Wasser zwischen dem hübschen Ferry Building und der San Francisco–Oakland Bay Bridge stattfinden. Wir kommen problemlos recht weit nach vorne. Es dauert nicht lange und der Countdown beginnt: 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1: Happy New Year … und die Show beginnt!
Es ist wirklich beeindruckend und tatsächlich ist alles zur Musik abgestimmt. Fast noch eindrucksvoller sind jedoch die Reaktionen der Schaulustigen. Natürlich packt zunächst einmal ein jeder sein Handy aus und filmt. Wesentlich unterhaltsamer sind da die Jubeltiraden, die aus Tausenden von Kehlen das Knallen der Feuerwerkskörper und die Musik begleiten. Vor uns steht eine kleine chinesische Frau mit ihrem Alkoholikercowboy. Sie schreit, springt und jubelt als gäbe es kein Morgen mehr, während er versucht nicht umzukippen. Die beiden sind zwischen 50 und 60 Jahre alt und passen so überhaupt nicht zusammen – oder eben perfekt.

Nach 20 Minuten ist das Spektakel vorbei und die Massen ziehen in Richtung Market Street. Das Pärchen, deren Namen ich vergessen habe, verabschiedet sich und wir machen uns auf die Suche nach einer Bar. Sämtliche Bars, die wir finden, sind maßlos überfüllt, spielen scheiß Musik oder bieten beides. Alex und Casey schlagen vor, direkt wieder abzuhauen. Der Bus ist allerdings genauso vollgestopft wie die bisher erkundeten Bars. Außerdem müssen wir doch feiern, denke ich und schlage vor, die Oz Lounge auszuprobieren. Ich könnte mir vorstellen, dass da auch heute nicht zu viel los ist. Welcher Teenie mag schon Jazz?
Ich habe einen guten Riecher. Die Oz Lounge ist so mäßig gefüllt wie immer und die Band spielt natürlich auch – wie immer. Mein Türsteherfreund Matt hat heute dennoch einen wesentlich stressigeren Tag als sonst, weswegen wir leider keine Zeit zum Plauschen haben.

Wir bleiben nicht lange. Alex und Casey scheinen keine Fans zu werden und sind zudem müde. Also geht’s – sogar ohne etwas getrunken zu haben – zum Bus. Allzu traurig darüber bin auch ich nicht. Ich hatte noch nie großen Spaß an Mainstream- und Massenevents.
Im Bus sind einige Leute ziemlich gestresst. Einer wird sogar total wild und fordert laut plärrend, dass alle nach hinten durchrücken. An sich ja alles andere als ein blöder Gedanke. Der Mann rastet dabei aber vollkommen aus … und keiner reagiert auf ihn. Selbst der Busfahrer bleibt ganz cool und lässt den Mann weiter fluchen und drohen. Neben mir steht ein Amerikaner asiatischer Herkunft, der offensichtlich mit mir über Politik diskutieren will. What the fuck? Auf meiner anderen Seite stehen ein Afroamerikaner, der sehr gut Deutsch spricht, aber eher langweilig ist und ein Deutschsprachiger, der sich äußerst unwohl zu fühlen scheint – so umringt von all der Jugend. Als er aussteigt, ruft er auf Deutsch: »Darf ich bitte mal. Kann ich mal durch. Achtung!«
Der Bus hält gute zehn Blocks von Casey Wohnung entfernt. Wir spazieren nach Hause, schalten wie immer »Adventure Time« ein und legen uns schlafen. Naja, das war ein eher langweiliges Silvester …
Ach, ja: Happy New Year!

Quellen
Informationen zum Telegraph Hill und Coit Tower: Wikipedia
Informationen zur Knickerbocker Engine Co. No. 5: sfgenealogy.com
Informationen zu Lillie Coit: sfmuseum.org, guardiansofthecity.org, suite101.com (zwei Artikel, mittlerweile leider offline) und »The Coit Family; or the Descendants of John Coit« von Frederick William Chapman (Lockwood & Brainard, 1874)
Informationen zu den Namen der Künstler im Coit Tower und zum Ferry Building: Wikipedia

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1 Kommentar
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Inge
Inge
11 Jahre zuvor

Happy New Year!!! Ein sehr unterhaltsamer Bericht! Deine Fotos dieser faszinierenden Stadt sind einfach großartig. Sehr interessant finde ich die Informationen zu den Wandbildern im Coit Tower und die bemerkenswerte, amüsante Biografie von Frau Elizabeth Wyche Hitchcock Coit!

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