Tag 71: Meine Flucht vor Jim Carreys bösem Zwilling ins böse Musical: »Evil Dead«

Serendipity – Teil 2

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Samstag, 19. Januar 2013
Paradise – Las Vegas – ??? – Las Vegas

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Meinen Alkoholpegel erfolgreich aufrecht zu erhalten gelingt mir problemlos. Mit Bill’s Gambling Hall & Saloon entdecke ich einen recht coolen Laden mit Livemusik. Ich bin scheiß mĂŒde und tue so, als wĂŒrde ich Tennis gucken. Somit kann ich meinen ergatterten Sessel zur Wand mit den Fernsehern drehen und falle nicht gleich als Abkacker auf. Ich schlafe so vermutlich eine gute Stunde, bis mich zwei von der Security wecken: »You’re too tired to stay here, Sir.«
Ich springe sofort und mit vermutlich ziemlich geschockt irritiertem Blick auf und verlasse den Laden umgehend. Ich spĂŒre sehr schnell, dass mein Körper gerne weiterschlafen wĂŒrde. Daher schleppe ich mich ins Riviera und pflanze mich auf einen Sessel der Sportwettensektion. Da bei den Sportwetten des Öfteren die Leute einfach einschlafen, sollte ich auch hier nicht sofort auffallen. Mir hingegen fĂ€llt umgehend auf, dass um mich herum noch wenigstens zwei andere tatsĂ€chlich Obdachlose dieselbe Idee verfolgen. Zu dritt schlafen wir also eine Runde, bis schließlich wieder die Security um uns herumsteht und mich und die beiden anderen »Penner« rausschmeißt. Ach, aber das tat gut.

Die Nacht ist vorbei als ich im Riviera auf die Waffenausstellung der NRA stoße. Die Waffenfreunde bieten freien Eintritt in ihre Knarren- und Messerausstellung â€“ wenn man spontan Mitglied wird.

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Apropos erschießen: Ich probiere abermals mein GlĂŒck bei Ken. Erstaunlicherweise erhalte ich â€“ obwohl es noch sehr frĂŒh am Tag ist â€“ eine schnelle Antwort. Ich kann zum Westcliff Transit Center kommen. Er holt mich ab. Endlich. Also geht’s zum Bonneville Transit Center. Mein 3-Tages-Ticket ist heute Morgen um sechs Uhr abgelaufen. Verdammt. Ich habe keine Lust, mir ein neues Ticket zu kaufen und ziehe einfach mein Ticket mit souverĂ€nem Blick, als wĂ€re es noch gĂŒltig, durch das LesegerĂ€t. Das ĂŒbliche GerĂ€usch, das ertönt, wenn ein valides Ticket durch die Maschine gezogen wird, bleibt bei mir aus. Stattdessen fiepst der fiese Ton der UngĂŒltigkeit aus dem GerĂ€t. Die Busfahrerin scheint aber abgelenkt oder gegenĂŒber dieses grĂ€sslichen Tons immun zu sein und reagiert in keiner Weise. Grandios, ich fahre kostenlos.

Als ich am Westcliff Transit Center ankomme, textet mir Ken lakonisch und emotionslos: »At the parking lot.«
Ken öffnet mir die AutotĂŒr, redet wieder bescheuert mit seinem Hund Dilbert und grinst mich in bester Ace-Ventura-Manier an. Er tut so als sei nichts gewesen. Ich fĂŒhle mich derweil wie ein kleiner Bub, der von Papa vom Fußballtraining abgeholt wird, nachdem er Scheiße gebaut hat. Papa will mit seinem ĂŒbertrieben gut gelaunten Verhalten an das schlechte Gewissen des Kleinen appellieren und ihm so eine Entschuldigung oder was auch immer rauspressen. Da ich aber kein schlechtes Gewissen habe, da ich in meinen Augen nichts falsch gemacht habe, entfleucht mir nichts. Jim Carreys evil twin zieht seine verwirrende Taktik aber eiskalt durch und gibt mir ebendieses GefĂŒhl. Ekelhaft.
»Did you have some nice days?«
Ich habe keine große Lust mit ihm zu kommunizieren und erzĂ€hle ihm nicht, dass ich rein körperlich mittlerweile auf dem Zahnfleisch laufe: »Yes.«
An Kens RĂŒckspiegel hĂ€ngt ein Rosenkranz. Der ist mir vorher gar nicht aufgefallen. Vielleicht hat er den auch nur fĂŒr mich und diese Fahrt aufgehĂ€ngt. Soll ich beichten? Um Vergebung bitten? Er erzĂ€hlt mir, dass der Rosenkranz aus einem echten katholischen Kloster kommt und nicht an irgendeinem Straßenstand erworben wurde. Wahnsinn. Er hat den Priester gefragt, ob er noch einen weiteren Rosenkranz fĂŒr seine krebskranke Freundin bekommen kann. Klaro. Nun hĂ€ngt also ein echter katholischer Glasrosenkranz ĂŒber dem Bett der Erkrankten. Niemand darf das Kettchen anfassen und sie glaubt daran.
»She’s much better now. Positive thinking, you know«, spricht er in seiner typischen »tiefgrĂŒndigen« Art, bei der es einem eiskalt den RĂŒcken runterlĂ€uft. Das Couchsurfing Gathering auf dem er war, war weit weg von Downtown, irgendwo in einem Randbezirk. Und ich frage mich erneut, wie ich da je hĂ€tte hinkommen sollen.
NatĂŒrlich fahren wir nicht direkt zu ihm nach Hause. Da er mich nicht fragt, kann er ja auch nicht wissen, dass ich zwei NĂ€chte nicht geschlafen habe. Nein, wir mĂŒssen erst mal Gras kaufen gehen. Da er aber diesen Monat noch kein Geld bekommen hat, mĂŒssen wir erst einmal zu seinen Freunden fahren â€“ einem PĂ€rchen: Sie hat Krebs und einen echten katholischen Rosenkranz. Ich werde nicht gefragt, ob ich im Auto bleiben oder mitkommen möchte. Also bewachen Dilbert und ich Herrchens Auto. Ich setze mich auf den Bordstein und lĂŒfte meine ĂŒber 50 Stunden nonstop getragenen Schuhe und Socken. Im Umkreis von drei Blocks verbiegen sich die BĂ€ume, Blumen verwelken. Als Ken zurĂŒckkommt, erklĂ€rt er mir, dass seine Freunde ihm ihre Kreditkarte anvertraut haben: »I would never give my credit card to anybody«, sagt er und freut sich diebisch. »They seem to trust me.«
Es sind seine Freunde, denke ich mir und bezweifle nicht zum ersten Mal, dass Ken auch die FĂ€higkeit besitzt, ein netter Mensch zu sein. An einem ATM Drive Up von Wells Fargo, also einem Geldautomaten, den man mit dem Auto anfĂ€hrt, hebt Ken das Geld fĂŒr sein Gras ab. Sachen gibt’s. Aber hatten wir so eine Vorrichtung nicht auch mal in meinem HeimatstĂ€dtchen Alzey? Ich habe so etwas auf jeden Fall noch nie in meinem Leben gesehen â€Š nur in Las Vegas und in Alzey. Ähm â€Š ja. Ken wird plötzlich nachdenklich und ernst. Mit um Fassung ringender Stimme erzĂ€hlt er mir von einem Mord, bei dem die Mörder in ein Hotel eindrangen und eine Frau ermordeten. Die Mörder seien auf den Überwachungskameras zu sehen. Es mĂŒsste so leicht sein, sie zu ĂŒberfĂŒhren. Ich kann ihm nicht folgen und frage ihn, wovon er da redet. Wurde in Vegas eine Frau in ihrem Hotelzimmer ermordet, als ich einen auf Odysseus gemacht habe? Was habe ich denn da nicht mitbekommen?
»I’m talking about Whitney«, schaut er mich verwundert an.
Ach so. Ja, ich Depp â€Š wovon sollte er auch sonst palavern?
Kens nĂ€chste tolle Geschichte handelt von einer Lehrerin aus seinem Kollegium, mit der er eine AffĂ€re hatte. Sie ist die Frau seines besten Freundes â€“ seines ehemals besten Freundes. Denn der Gehörnte mag Ken nicht mehr. Welch Wunder. Philanthrop Ken mag im Gegenzug auch ihn nicht mehr. DafĂŒr aber die titties von dessen Frau. Irgendwann wird sie den Arsch verlassen, trĂ€umt er, um sich dann nur noch von ihm durchnudeln zu lassen. Was fĂŒr ein Widerling. Als ich denke, dass er da keinen mehr draufsetzen kann, bietet mir mein neuer Lieblingsmensch an, noch etwas lĂ€nger bei ihm bleiben zu können. Der Typ hat sie doch nicht mehr alle! Erst schmeißt er mich raus, lĂ€sst mich ohne meine Sachen und eine Beschreibung, wie ich zu seinem Haus zurĂŒckfinde, zwei Tage und NĂ€chte durch Vegas gammeln und dreht es sich danach auch noch so zurecht, als hĂ€tte ich das Ganze forciert. Nein, ich will nicht noch lĂ€nger bei ihm bleiben und lehne höflich dankend ab. Ob er mich um 17 Uhr nach Downtown fahren soll, möchte er wissen, wĂ€hrend er seine HaustĂŒr aufschließt. Er mĂŒsste sowieso in die City, da er sich mit einem anderen Couchsurfer trifft. 17 Uhr? Nein, ich möchte schnellstens wieder weg, wenn’s recht ist. Ich gehe duschen, putze mir die ZĂ€hne, gehe kurz ins Internet, leere die Speicherkarte der Kamera, lade die Akkus sĂ€mtlicher ElektrogerĂ€te auf, packe mein Zeug zusammen und bearbeite meine FĂŒĂŸe: Ich habe Blasen auf meinen Blasen!
Ken fĂ€hrt mich zurĂŒck zum Westcliff Transit Center. Geschlafen habe ich noch immer nicht. Auf dem Parkplatz verabschiedet mich Ken mit weisen Worten, bei denen ich wieder mal beispiellose Körperkontrolle beweise â€“ andere wĂŒrden kotzen: »Couchsurfing is about communicating, doing something together.«
Hallo? Ich habe es doch stĂ€ndig versucht! Er ist ja an seinem Partywochenende nicht rausgekommen beziehungsweise geht auf ein Treffen, das ich ohne seine Hilfe oder das Internet nicht finden kann. Er hĂ€tte ja auch nach Downtown oder auf den Strip kommen können. Dann hĂ€tte ich auch mit nach Hause gekonnt und wĂ€re mal zum Schlafen, Duschen und zum Wechseln meiner UnterwĂ€sche gekommen. Spacko. Zu guter Letzt trĂ€gt er noch einmal richtig dick auf: »But I’m not angry with you.«
Ja, ich wĂŒsste auch nicht weshalb er mit mir â€Š Er wiegt behutsam seinen Kopf hin und her und verdreht dabei seine Augen zu einem mehr als seltsamen Hundeblick. Soll ich ihn jetzt streicheln und ein KĂŒsschen geben? Ich denke, er vergibt mir in diesem Moment meine SĂŒnden. Ich fĂŒhle mich gleich viel besser. Und tschĂŒss!
Ich versuche â€“ wie schon auf der Hinfahrt â€“ einfach mit abgeklĂ€rter Bedienung des TicketlesegerĂ€ts lĂ€ssig die Schwelle in den Passagierbereich des Busses zu ĂŒberwinden. Dieser Busfahrer ist jedoch aufmerksamer: »Do it again, please. Slower.«
Verdammt. Also noch einmal mit aller Gelassenheit.
»You’re expired.«
Ich bin â€Š geschockt: »Oh, it’s six a.m. not p.m.? Damn â€ŠÂ«
Der Fahrer greift ĂŒber seinen Stuhl und greift nach etwas: »Try this one.«
HĂ€?
»It’s my test ticket.«
HĂ€?
»You can have it.«
Echt jetzt? Ich bekomme vom Busfahrer ein Tagesticket geschenkt? Was fĂŒr ein Ă€ußerst cooler Typ! Serendipity und Rock und Roll!
Gegen 15 Uhr bin ich wieder in Downtown. Ich mache einen Abstecher durch die Fremont Street Experience und schlendere an der Wee Kirk Wedding Chapel vorbei. Die niedliche, weiß und lila gestrichene Holzkapelle gibt es seit 1940, womit sie Las Vegas’ Ă€lteste Hochzeitskapelle darstellt.

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Als NĂ€chstes steht der Stratosphere Tower auf dem Programm.

Stratosphere Tower
Das NebengebĂ€ude des Turms ist ein Hotelkasino mit 2427 GĂ€stezimmern und 7400 mÂČ KasinoflĂ€che. Von den ganzen Kasino-Hotels des Strip ist der Stratosphere Tower ĂŒbrigens das Einzige, das sich tatsĂ€chlich in Las Vegas und nicht in Paradise befindet. Man kann sich aber auch darĂŒber streiten, ob es sich um den Las Vegas Boulevard, nördlich der Sahara Avenue, ĂŒberhaupt noch um den Strip handelt oder ob dies bereits Downtown ist.

Bob Stupak, ein Poker spielender Unternehmer und Kasinobetreiber, konzipierte den Turm einst als das höchste frei stehende Bauwerk der Welt, welches zu jenem Zeitpunkt noch Torontos CN Tower war. Wie auch schon bei der Eiffelturm-Replik wurde jedoch auch Stupak von der Luftfahrtaufsichtsbehörde ein Strich durch die Rechnung gemacht. Mit 350 Metern ist der 1996 erbaute Stratosphere Tower das höchste Bauwerk der Stadt. In den Staaten ist er zudem der höchste frei stehende Aussichtsturm, was in der westlichen HemisphĂ€re derzeit lediglich vom CN Tower getoppt wird. Las Vegas wĂ€re nicht Las Vegas, wenn die Aussichtsplattform einfach nur eine Aussichtsplattform wĂ€re. Nein, auf dem Stratosphere Tower schaut man nicht nur schön in die Landschaft, sondern gibt sich auch dem Nervenkitzel hin. HierfĂŒr sorgen vier Attraktionen: Da wĂ€re zunĂ€chst der »Big Shot«, bei dem man mit einer Spitzengeschwindigkeit von 72 km/h fast 50 Meter senkrecht nach oben geschossen wird. Auf 281 Höhenmetern beginnend, ist er das höchste FahrgeschĂ€ft der Welt. Der zweithöchste thrill ride nennt sich »Insanity«. Am ehesten lĂ€sst sich diese kranke Geschichte noch mit einem Kettenkarussell vergleichen, bei dem sich das Karussell ĂŒber den Rand des Turmes bewegt und die Mitfahrenden in 270 Metern Höhe bei gut 65 km/h im Kreis rotieren lĂ€sst. 2005 ging gleich zweimal etwas schief, was zur Folge hatte, dass die FahrgĂ€ste fĂŒr nahezu 90 Minuten in der Luft hingen. Passiert ist glĂŒcklicherweise niemandem etwas. Kaum zu glauben, aber wahr: Auch das dritthöchste FahrgeschĂ€ft der Welt befindet sich auf dem Stratosphere Tower: Beim »X-Scream« schießen die Adrenalinjunkies auf einer 20 Meter langen Schiene dem Abgrund entgegen beziehungsweise sogar acht Meter darĂŒber hinaus. Sobald man denkt, dass die Zeit zum letzten Gebet gekommen ist, bremst der Wagen. Die Schiene hebt sich wie eine Wippe an, woraufhin man den gleichen Spaß noch einmal rĂŒckwĂ€rts mitmachen darf. Damit es sich noch ein wenig nach Fehlfunktion und echter Gefahr anfĂŒhlt, ruckelt der Wagen zusĂ€tzlich noch ein bisschen. Last, but not least gibt es noch den »SkyJump«, bei dem man von der Aussichtsplattform, an einem Seil hĂ€ngend, den Turm hinabspringt und unten wieder landet. Guess what: Einen höheren kommerziell betriebenen Absturz gibt es nirgendwo. Seit der Erbauung des Turms haben fĂŒnf Menschen freiwillig auf das Seil verzichtet â€Š und somit 110 Dollar gespart.
Um auf den Turm zu gelangen, muss man notabene 18 Dollar blechen. FĂŒr den »Big Shot«, »Insanity« und »X-Scream« kommen noch einmal je 15 Dollar hinzu. Das ist happig. Kauft man sich jedoch unten bereits ein Ticket fĂŒr den Turm plus eine Attraktion, ist man bereits mit 23 Dollar dabei. Bei zwei Attraktionen kostet es nur 28 und fĂŒr alle drei 33 Scheine. Es gibt auch ein Tagesticket fĂŒr 34 Dollar, mit dem man sich bei allen drei FahrgeschĂ€ften den ganzen Tag ĂŒber die Nerven kitzeln lassen kann. Die Achterbahn, bei der sich die 13-jĂ€hrige Bad Ass Cari fast ins Höschen gepieselt hĂ€tte, gibt es indes nicht mehr.

Videos

Big Shot

X-Scream

Insanity

Sky Jump

High Roller (nicht mehr vorhanden)



Da ich gestern bereits so viel Geld fĂŒr »Zumanity« ausgegeben habe und fĂŒr heute Abend auch schon einen etwas teureren Plan habe, spare ich mir die Fahrt auf die Aussichtsplattform und gehe lieber neben dem Turm in einem abgeschmackten Asia-Restaurant mit Spielautomaten etwas essen. Man kann hier dem GlĂŒcksspiel einfach nicht entkommen. WĂ€hrend ich am Schmatzen bin, telefoniere ich â€“ wie ĂŒbrigens auch schon vorgestern â€“ ĂŒber eine Stunde lang mit Cari. Sie hat heute eine Audition als Karaoke-Host. Ich drĂŒcke ihr die Daumen, dass sie den Job bekommt, und mir, dass sie noch nicht sofort anfĂ€ngt zu arbeiten, sondern genug Zeit findet, um zu mir zu stoßen.
Ich passiere den Bonanza Gift & Souvenir Shop, der sich selbst als den »World’s Largest Gift Shop« bezeichnet. Auf 3700 mÂČ kann man sich jeden Ramsch kaufen, den man sich als Tourist nur vorstellen kann. Den Geschenkartikelladen gibt es seit 1980, der weltgrĂ¶ĂŸte ist er aber nicht.

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Wenig spĂ€ter komme ich am nördlich des Riviera gelegenen Fontainebleau Resort Hotel vorbei, das nach dem Stratosphere Tower gegenwĂ€rtig das höchste Bauwerk der Stadt ist. Mit dem Bau des Resorts wurde 2007 begonnen. Ende 2009 erreichte das Objekt mit 224 Metern seine geplante Höhe. Auch die Fassade wurde zu großen Teilen installiert, bevor der Bau im FrĂŒhjahr 2010 gestoppt und bis heute nicht mehr fortgefĂŒhrt wurde. Deswegen gilt das Palazzo nach wie vor als das höchste GebĂ€ude in Las Vegas. Auf dem Dach des Milliardengrabs stehen nach wie vor zwei BaukrĂ€ne. Zukunft: ungewiss.
Mit dem Deuce fahre ich zur Fashion Show Mall, um mir bei Tix4Tonight ein Ticket fĂŒr »Evil Dead: The Musical« zu kaufen. Als ich den Bus besteige, bekomme ich noch das Ende einer merkwĂŒrdigen Konversation zwischen dem Fahrer und einem Fahrgast mit.
»Are you going to call the police?«, fragt der Gast.
»No.«
Der Mann verlĂ€sst daraufhin den Bus. Ich positioniere mich derweil an der hinteren TĂŒr, als in diesem Moment der Typ plötzlich wieder vor mir steht und mir ein Zeichen gibt, dass ich bloß nicht weitergehen soll. Ich bleibe stehen, worauf er gebĂŒckt auf die Stelle hinter der letzten Sitzreihe vor der TĂŒr schleicht. Da will einer offensichtlich auf Teufel komm raus umsonst mitfahren. Dumm nur, dass der Busfahrer Kameras hat. Vollkommen entnervt steht der Fahrer auf und brĂŒllt: »Ey!«
Der Schwarzfahrer springt erschrocken auf und verlÀsst fluchend und wild gestikulierend den Bus. Nun sitzt er wie ein heulendes Kind auf dem Boden vor einem Werbeschild. HÀtte er es mal besser so wie ich gemacht. Ich alter Charmebolzen, ich.
Ich kaufe mir fĂŒr 36 Dollar mein Ticket fĂŒr das Splatter-Musical, was die beiden Angestellten in VerzĂŒckung versetzt: »It’s hilarious! You will love it.«
Ich frage mich, ob die beiden die Show ĂŒberhaupt jemals gesehen haben. Also erkundige ich mich ganz nonchalant.
»Yes, sure! It’s great!«
Gemeinsam freuen wir uns noch eine Runde, was die Leute in der Schlange hinter mir sicherlich dazu animiert, ihre gefassten PlĂ€ne noch einmal zu ĂŒberdenken: »Celine Dion? Ach was, ich hĂ€tte gerne dasselbe wie der Kerl mit dem dicken Rucksack.«
»Einmal KettensĂ€ge und Blutgespritze also â€ŠÂ«
Man empfiehlt mir, fĂŒr weitere zehn Dollar in die Splatter Zone upzugraden. Ich weiß leider noch nicht, wo ich heute Nacht schlafen und wie ich nach der Splatter Zone aussehen werde. Die beiden bestĂ€tigen mir, dass ich danach wohl sehr nass sein dĂŒrfte. Bevor ich in der kalten Nacht eine LungenentzĂŒndung riskiere und am Ende vielleicht auch â€“ blutĂŒberströmt â€“ nicht vom Busfahrer mitgenommen werde, verzichte ich schweren Herzens lieber auf den Spaß. Die beiden sind locker drauf, also frage ich sie, ob sie preiswerte Hostels kennen. FĂŒr die Suche nach einem neuen Couchsurfer ist die Zeit zu knapp, auch wenn das Musical erst um 23:30 Uhr beginnt. Sie empfehlen mir das Hostel Cat, das die preiswertesten Betten der Stadt anbietet. Klingt super.
Um 19 Uhr sitze ich im Starbucks. Ich teile mir den Tisch mit zwei Arbeitslosen, die sich â€“ soeben erst kennengelernt â€“ schnell politisch und somit auch auf menschlicher Ebene sehr sympathisch sind. Sean ist ein Securitymann in meinem Alter, der umschulen will. Der andere Kollege ist Schriftsteller. Er hat 15 Jahre fĂŒr AnwĂ€lte gearbeitet. NĂ€chste Woche versucht er sein GlĂŒck in Los Angeles. Er erinnert mich an Brian. Auch er hustet stĂ€ndig sehr laut und schrĂ€g. Er scheint mir ebenso ein sehr intelligenter Zeitgenosse zu sein; einer von jenen, denen man es nicht unbedingt ansieht. Er hat Journalismus studiert und findet es ganz okay in Las Vegas zu leben. Lediglich die Frauen sind scheiße, weil sie alle dumm sind. Kellnerin, Barkeeperin, TĂ€nzerin, Dealerin â€Š Das sind die einzigen Jobs hier! In Vegas leben seiner Meinung nach nur Frauen, die nur die Highschool beendet haben. Aber keine von ihnen war je auf einer UniversitĂ€t. Ich lasse die beiden weiter schwadronieren und schaue auf airbnb.com nach dem Hostel Cat. Da ich bei einer Buchung ĂŒber die Website erst auf eine Reaktion des Hostels warten muss, beschließe ich, lieber direkt dorthin zu fahren.
Das Hostel befindet sich auf dem Strip. Damit hĂ€tte ich nicht gerechnet. Es liegt zwischen dem Las Vegas Boulevard und der 4th Street, einen knappen Kilometer nördlich des Stratosphere Tower. Die Nacht im Sechsbettzimmer kostet 18 Dollar zuzĂŒglich zehn Dollar Pfand. Mir gefĂ€llt das Hostel auf Anhieb. Neben der Rezeption befindet sich die KĂŒche. Dahinter kommt der Aufenthaltsraum. Um zu den im ummauerten Hof gelegenen Bungalows zu gelangen, verlĂ€sst man das GebĂ€ude durch die HintertĂŒr. An der TĂŒr zum Hof gebe ich den erhaltenen Zahlencode ein und suche den Bungalow, in dem ich ĂŒbernachten werde. Die Hofmauern und die Bungalows sind mit bunten Graffitis verziert. Die TĂŒren sind mit den Flaggen diverser Nationen bepinselt. Schaut man ĂŒber die Mauer in Richtung SĂŒden, grĂŒĂŸt einen die große Werbetafel des NachbargrundstĂŒcks: »Strippers« ist darauf zu lesen.

Als 2008 der Vegas-Kultfilm »Hangover« gedreht wurde, gab es das Hostel noch nicht. Wie man heute noch auf Google Maps sehen kann, war es seinerzeit eine Ruine, die Hollywood fĂŒr den Film in eine Wedding Chapel umfunktionierte.

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Ich lege meinen Rucksack ab und mache mich kurz darauf schon wieder auf den Weg in Richtung Planet Hollywood Resort & Casino, wo das Musical beheimatet ist. Auf dem Weg zum Bus komme ich an der Chapel of the Flowers vorbei, die zur ersten Kapelle wurde, die anfing, Hochzeiten als Live-Stream ĂŒber das Internet anzubieten. Wenn man es als geladener Gast nicht persönlich zur Zeremonie schafft, bietet die kleine Kirche gar die »Skype Wedding« an, bei der bis zu vier GĂ€ste via Skype die Zeremonie verfolgen können. Kein Witz.

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Las Vegas’ Rushhour ist offensichtlich um 22 Uhr. Es dauert eine dreiviertel Stunde, bis ich endlich am Planet Hollywood ankomme. Vor dem Hotel sitzt ein alter Bekannter, der ganz schön fertig und mitgenommen aussieht. Er ist rotzbesoffen und trĂ€gt zu allem Überfluss nur einen Bademantel und eine Unterhose. Oje. Als er mich sieht, grĂŒĂŸt er freundlich. Ich winke zurĂŒck und denke mir, dass Homer besser zu Marge und den Kindern zurĂŒckgehen sollte. Ob er wohl mit den restlichen Simpsons in der Stadt weilt? Vermutlich ist er eher auf Sauftour mit Barney â€Š

Planet Hollywood, formerly known as The Aladdin
Das Planet Hollywood öffnete 2007. Wieder einmal musste ein anderes Hotel per Implosion weichen: 1963 als Tally-Ho eröffnet, hieß es kurz King’s Crown, bevor es von 1966 bis 1998 als The Aladdin bekannt war. 1967 ehelichte Elvis Presley seine Priscilla im Aladdin und 1981 gaben Iron Maiden darin ihr allererstes US-Konzert. Nach dem Wiederaufbau hieß das Hotel von 2000 an The New Aladdin. Es dauerte nur drei Jahre und schon war das Hotel pleite, was nicht nur daran lag, dass professionelle Spieler das Kasino am Eröffnungswochenende dank der unerfahrenen Angestellten böse schröpften. Die ikonische Wunderlampe, die frĂŒher das Hotel zierte, steht nun in der Fremont Street.

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Das heutige Hotel verfĂŒgt ĂŒber 2600 GĂ€stezimmer. Auf 9300 mÂČ wird gezockt und auf ĂŒber 44.000 mÂČ in der 1,9 Kilometer langen Passage der Miracle Mile Shops konsumiert. In der Miracle Mile, deren Decke ein weiteres Mal wie ein Himmel gestaltet ist, befindet sich auch das V Theater, in dem das Musical und auch noch reichlich weitere Shows stattfinden.

Vor dem Theater sitzen bereits andere blutrĂŒnstige GĂ€ste und warten darauf, dass das Theater seine Pforten öffnet. Schon durch die Art des Wartens wirkt die Show wesentlich alternativer als normale Musicals. Es fĂŒhlt sich eher an, als wĂŒrde man auf den Einlass zu einem Konzert harren. Ich bin ja so gespannt! Auf einem Warnhinweis steht, dass man auch außerhalb der Splatter Zone was abbekommen könnte. Es wird daher empfohlen, sich fĂŒr vier Dollar einen Schutzponcho zu holen. In der Splatter Zone sind die Ponchos verboten. Danach wird das Schild höchst amĂŒsant. Da wĂ€re zunĂ€chst der Hinweis auf möglicherweise vorkommende KraftausdrĂŒcke: »Get over it. This ain’t Cirque du f***in’ Soleil.«
Danach wird noch darauf hingewiesen, dass das Filmen oder Fotografieren der Show mit Konfiszierung und Löschung bestraft wird. Doch dabei bleibt es nicht. Die Macher der Show sind knallhart: »Any personal porn collected will be posted online.«

Ein paar wild fluchende DĂ€monen rĂŒcken an und lassen uns Wartende mit geifernden Stimmen wissen, dass sie die fuckin’ TĂŒren gleich öffnen werden und man sich ja schon mal fuckin’ anstellen kann. Die DĂ€monen kontrollieren die Karten und jubeln jedes Mal laut, wenn jemand mit einem Ticket fĂŒr die Splatter Zone vor ihnen steht. Diese Helden bekommen ein T-Shirt ĂŒberreicht, das ihre Klamotten vor den schlimmsten Blutflecken schĂŒtzen soll. Laut Werbung verspritzen sie davon eine ganze Menge. Ob da so ein schlaffes T-Shirt groß was nĂŒtzt? Ich wage es zu bezweifeln. Mir gefĂ€llt das Anstehen. Die Reaktionen der stĂ€ndig fluchenden DĂ€monen auf Menschen der Splatter Zone ist urkomisch und ich fĂŒhle mich schon fast ein bisschen uncool. Dementsprechend verspĂŒre ich mehr und mehr den Drang in mir, auch ins Blutbad zu wechseln. Denn wenn das Schlangestehen schon so viel Spaß macht, wie genial muss es dann erst in der Splatter Zone sein? Mal ĂŒberlegen: Ich habe heute Nacht ein Dach ĂŒber dem Kopf. Erfrieren muss ich also schon mal nicht. Das Hostel ist allerdings gut sechs Kilometer vom Planet Hollywood entfernt. Wenn mich kein Busfahrer mitnehmen sollte â€Š Wenn, wenn, wenn. Schwachsinn: Mein zweiter Name ist Serendipity! NatĂŒrlich werde ich nicht pitschnass sechs Kilometer zu meinem Bett marschieren mĂŒssen. Überredet. Ich gehe noch einmal zu dem DĂ€mon, der bereits meine Karte abgerissen hat, und frage, ob ich noch einmal schnell zur Kasse gehen kann.
»Sure, you little fuck!«
Nice.
Ich lasse die Dame hinterm Tresen wissen, dass ich ein krasser Typ bin und heute Nacht in Blut baden möchte. Sie gibt mir daraufhin ihre Handynummer. Quatsch. Sie lĂ€sst mich wissen, dass das Upgrade 20 Dollar kostet. Um es in der allgegenwĂ€rtigen Sprache zu formulieren: Fuck. HĂ€tte ich schon bei Tix4Tonight die Splatter Zone gebucht, hĂ€tte es nur einen Zehner gekostet. HĂ€tte, hĂ€tte, SĂ€gekette: Ich mach’s â€Š und bekomme den Rabatt, als ich frage, ob ich auch nur zehn zahlen kann, da ich mein Ticket bei Tix4Tonight gekauft habe. Geiler Scheiß! Mit meinem Upgrade schlendere ich breitbeinig zum DĂ€mon zurĂŒck und halte ihm mein neues Ticket unter die verweste Nase.
»Al-fuckin’-right, we’ve got a real man here!« Er drĂŒckt mir ein viel zu großes T-Shirt in die Hand: »Enjoy the fuckin’ show!«
»Fuck yeah!«, antworte ich gerĂŒhrt und mit TrĂ€nen in den Augen, als mich ein anderer DĂ€mon zur VIP-Bar fĂŒhrt, wo kein kostenloser Drink auf mich wartet. Scheiß knausrige Höllenhunde. Nach einiger Zeit des Wartens werden wir in den ziemlich dunklen und auch recht kleinen Theatersaal gefĂŒhrt. Auf StĂŒhlen, die speziell fĂŒr die Show direkt vor der BĂŒhne auf einer Plastikplane aufgestellt wurden, werden wir auf das Bevorstehende instruiert. Ich sitze zentral in der ersten Reihe. Fett. Der Kartenabreißer stellt uns zunĂ€chst den Fotografen Don vor, der angeblich ein verdammtes Arschloch ist und von uns daher immer schön mit gestrecktem Mittelfinger und: »Fuck you, Don!«, angemacht werden soll. Habe ich schon erwĂ€hnt, dass das Musical keine Jugendfreigabe hat? Er erklĂ€rt uns weiterhin, dass wir einen fuckin’ Fehler begangen haben und heute scheiße viel Blut abbekommen werden. 40 Gallonen, um genau zu sein. 150 Liter? Alter Walter. All unsere Habseligkeiten, die nicht in Blut getrĂ€nkt werden sollen, können wir unter die Plane schieben. Als NĂ€chstes will der DĂ€mon wissen, ob AuslĂ€nder anwesend sind. Das Paar neben mir und ich zeigen auf.
»Where the fuck do you come from?«
»Canada.«
Es folgt ein dummer Spruch ĂŒber Kanadier. Das Publikum johlt.
»And what about you?«
»Germany.«
»Hell, yeah! We’ve got a real Nazi sitting here!«
Die Masse tobt â€Š ond Ă€ch rĂ€ge mĂ€ch förchterlĂ€ch auf! Der DĂ€mon verschwindet. Die Show geht gleich los. Um mich herum beginnen die Kollegen aus der Splatter Zone ihre Sachen unter die Plane zu stopfen. Hm, was stopfe ich denn alles drunter? Ich ĂŒberlege kurz und beschließe, einfach alles außer meiner Unterhose und dem neuen T-Shirt darunterzuschieben. Die Kanadier finden das eher befremdlich. Ich erklĂ€re ihnen, dass das ganz schön schlau ist und ich nach der Show komplett trockene und saubere Klamotten haben werde â€“ wenn die Plane hĂ€lt, was uns versprochen wurde. Außer mir zieht sonst niemand blank. Na, ihr mĂŒsst wissen, was euch wichtiger ist.
Mit locker einer halben Stunde VerspĂ€tung beginnt die Show. Ich mache es kurz: Es ist großartig und unglaublich lustig. Es wird munter aus den Filmen zitiert, was â€“ wie bei der »Rocky Horror Picture Show« â€“ den Effekt mit sich bringt, dass das Publikum bei den bekanntesten Zitaten emsig mitgrölt. Es wird nicht nur fleißig zitiert, sondern auch parodiert, was das Musical zur Parodie der Parodie des ursprĂŒnglichen Horrorfilms macht. VerrĂŒckte Sache und ziemlich brillant. Die Darsteller haben es zudem drauf, versprĂŒhen Charme, können singen und prĂ€sentieren wunderbar ĂŒberzogene Charaktere. Das BĂŒhnenbild ist sehr einfach, worĂŒber sich auch auf der BĂŒhne lustig gemacht wird. Man nimmt sich erfreulicherweise also kein bisschen ernst. Es ist professioneller Trash allererster GĂŒte.
Es dauert ein wenig, bis das erste Blut spritzt, was die Spannung in den vorderen Reihen von Minute zu Minute steigen lĂ€sst. Als es dann losgeht und immer heftiger um beziehungsweise auf uns spritzt, ist es jedes Mal aufs Neue ĂŒberraschend, von wo die warme, rote FlĂŒssigkeit angeschossen kommt. Da das Theater so dĂŒster ist, kann man die Spritzen, aus denen das Blut herausgesprĂŒht wird, nĂ€mlich nicht sehen. Kein Wunder also, dass jedes Mal aufgeschrien wird, wenn auf der BĂŒhne jemand abgemetzelt wird. Die Darsteller, die sich gegenseitig abschießen, erstechen, die Eingeweide rausreißen und â€“ im Falle von Protagonist Ash â€“ sich mit einer KettensĂ€ge die Hand absĂ€gen, werden auch nicht verschont. Das muss man auch erst einmal hinbekommen: singen, tanzen und dabei mit Blut zugeschĂŒttet werden.

Nach fast zwei Stunden ist Pause. Ja, Pause. Insgesamt geht die Show gute drei Stunden. Mein einziger Kritikpunkt ist die Raumtemperatur. Es wird doch empfindlich kalt so vollkommen durchnĂ€sst. Der Karten abreißende DĂ€mon, der auch als Statist mitwirkt und â€“ wie ich spĂ€ter erfahre â€“ Sirc Michaels heißt und der Produzent und Regisseur der Show ist, erscheint wieder auf der BĂŒhne. Er lĂ€dt das kanadische Paar dazu ein, von »Fuck You Don« neben der BĂŒhne fotografiert zu werden. Die beiden freuen sich, positionieren sich neben der BĂŒhne, recken ihre Mittelfinger und brĂŒllen: »Fuck you, Don!«, wĂ€hrend ein Darsteller ihnen einen Messbecher Blut ĂŒber den Kopf schĂŒttet. Damit haben die beiden nicht gerechnet. Sie freuen sich aber.

Der DĂ€mon erzĂ€hlt, dass das Publikum gerne einen fuckin’ Drink zu sich nehmen kann und â€Š plötzlich schaut er mich an und stockt in seiner Rede. Er ringt kurz um Fassung und brĂŒllt: »Is the German dude sitting there without fuckin’ pants? Are you fuckin’ naked?«
Ich lehne mich lĂ€ssig zurĂŒck, strecke mein linkes Bein in die Luft und lasse zĂ€rtlich meine HĂ€nde vom Unterschenkel zu meiner HĂŒfte streichen.
»The dude is naked! What a freak! Applause!«
Das komplette Theater zollt mir seinen Respekt und selbst der ungehobelte DĂ€mon bezeichnet mich als »fuckin’ smart«. Ja, so bin ich nun mal, stets vorausschauend.
Nach der Show streife ich mir in der Toilette meine wahrhaftig vollkommen trocken und sauber gebliebenen Klamotten ĂŒber meinen knallrot gefĂ€rbten Körper, hole mir noch einmal den Respekt fĂŒr meine glorreiche Entscheidung beim kanadischen PĂ€rchen ab und lasse mich mit der Crew fotografieren, die sich fĂŒr die GĂ€ste noch einmal vor dem Theater zum lustigen Shooting positioniert hat. Also, ich kann die Show nur jedem empfehlen und behaupte sogar, dass dies die neue »Rocky Horror Picture Show« werden wird. Die Songs, das Drehbuch und der Spaßfaktor taugen allemal dazu. Großartig! Sirc Michaels arbeitet derzeit ĂŒbrigens an einem weiteren kultverdĂ€chtigen Musical: »The Texas Chainsaw Massacre«.

Video


Videos

Die folgenden Videos stammen nicht von der Show aus Las Vegas â€“ und sind auch nicht so gut wie die Freaks hier in »Sin City«.

»Cabin in the Woods«

Info ĂŒber das Musical:

Die Musik des Musicals:
(Studioaufnahme, hier kommt die gute Musik wesentlich besser zur Geltung als in den Videos)


Ich habe â€“ trotz blutverschmierten Gesichts â€“ keine Probleme, in den Bus zu kommen. Als ich nach vier Uhr morgens das Hostel erreiche, entscheide ich mich dazu, dass ich auch morgen frĂŒh noch duschen kann. Ich will jetzt einfach nur endlich mal wieder richtig schlafen â€Š nach 70 Stunden.


Edit vom 10. August 2013

Haha und yeah! Sirc Michaels hat dank Google Translator halbwegs verstanden, was ich hier ĂŒber das Musical geschrieben habe â€Š und er erinnert sich an meine »Performance« wĂ€hrend der Show:

2013-01-19 - Sirc Michaels Tweet

Thanks for sharing and not forgetting your nude supporter from Germany, Mr. Michaels!


Links & Copyright
»Evil Dead: The Musical« auf Facebook
www.evildeadlasvegas.com (Die Seite ist mittlerweile offline.)
 
Photos and press material from „Evil Dead: The Musical“: © Sirc Michaels Productions
The photos from „Evil Dead: The Musical“ were taken by â€Š ah, fuck you, Don!

Quellen
Informationen zum Stratosphere Tower und dem Planet Hollywood Resort & Casino: Wikipedia

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Inge Knickel
Inge Knickel
8 Jahre zuvor

Hallo Dennis!
Was fĂŒr ein kurioser Tag! Ich glaube, mir wĂŒrde das Musical „Evil Dead“ auch sehr gut gefallen. Klasse Musik! Schön schrĂ€ge und schaurige Handlungen! Wobei ich nicht unbedingt in der Splatter – Zone sitzen mĂŒsste. Konntest Du das „Blut“ aus den Klamotten eigentlich wieder auswaschen?
Gruß, Inge

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