Tag 77: Ab nach Arizona: Harte Kerle, Sand, Kakteen und ein Grenzzaun

Serendipity – Teil 2

Gila Bend, 25.1.2013

Freitag, 25. Januar 2013
San Diego – Flagstaff

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Gegen fünf Uhr beginnt der neue Tag – der traurige Tag des Abschiednehmens. Wir packen unsere Sachen, wobei ich meine gestern noch getragene Unterhose nicht mehr finden kann. Ich frage Cari, ob sie sie vielleicht als Souvenir eingepackt hat. Letzte Nacht fragte sie mich, ob ich ein solches Andenken schön fände. Bevor ich überhaupt antworten konnte, lachte sie bereits laut und ließ mich wissen, dass sie das sehr awkward fände. Sie grinst mich an und schüttelt den Kopf. Wo ist sie denn aber nur?
Auf dem Weg zum Flughafen wird mir zudem neuerlich bewusst, dass nicht nur die wunderschöne Zeit mit Cari, sondern mein kompletter Trip auch schon bald wieder zu Ende sein wird. In einer Woche werde ich schon wieder in Los Angeles sein und dann hoffentlich meine letzten Tage in den Staaten mit Chris am Drehbuch für unseren Film arbeiten. Nur noch eine Woche reisen und keine Cari mehr. Zum Glück bin ich noch vollkommen übermüdet, sonst wäre mir vermutlich nach Heulen zumute.
Die Verabschiedung verläuft surreal. Wenn ich ehrlich bin, erinnere ich mich eigentlich überhaupt nicht mehr daran, was äußerst seltsam ist, wenn man einen so lieb gewonnenen Menschen auf unbestimmte Zeit verabschiedet. Immerhin werden wir wie bisher im Telefon- und SMS-Kontakt bleiben. Vollkommen aus meinem Leben verschwunden ist sie also noch nicht. Es fühlt sich dennoch scheiße an.
Ich sitze apathisch im Auto und wünsche mir neben Cari auch meinen verlorenen iPod zurück. Auch ich werde San Diego gleich hinter mir lassen und in Richtung Arizona fahren. Mein Tagesziel heißt Flagstaff und ich habe noch keinen Plan, wie ich dort hinkomme. Die logische Konsequenz ist ein Besuch bei Starbucks in der City. Der Kaffee weckt mich auf und das WLAN zeigt mir den Weg in Richtung Grand Canyon. Um kurz nach acht verlasse ich San Diego. Hätte ich mehr Zeit, wäre ich gerne noch länger in der Stadt geblieben und auch mal nach Mexiko gefahren – allerdings ohne Mietwagen. Im Ausland dürfte meine aufgezwängte Versicherung wohl kaum greifen. Am Montag muss das Auto aber wieder in Vegas sein und ich will mir neben dem Grand Canyon nach Caris endloser Schwärmerei auch Sedona mit seinen roten Felsformationen ansehen. Der Trip ist bereits knapp genug berechnet: Alleine bis Flagstaff sind es schon 800 Kilometer. Ein reiner Reisetag steht mir bevor, der allerdings mit grandiosen Landschaften aufwarten soll.
Hinter San Diego ist es grün und hügelig, außerdem regnet es. Im Hintergrund werden die Hügel höher und massiver. Je weiter ich auf der Interstate 8 in Richtung Osten vorstoße, desto trockener wird die Landschaft und die Hügel felsiger. Als sich die Hügel irgendwann direkt neben der Straße türmen, bemerke ich, dass sie fast schon wie aufgeschüttet wirken. Sie bestehen aus Tausenden losen Felsen und Steinen, die mit ihrer gelblich-orangen Farbe bereits die vor mir liegende Wüste ankündigen.
Aus dem grünen Südwestkalifornien wird Prärie. Der Regen weicht der Sonne. Die Hügel werden rauer, dann flacher und verschwinden schließlich vollkommen unter astreinem Wüstensand. Wie schon in Nevada oder auf der Busfahrt von San Jose nach Los Angeles, kann ich ewig weit blicken. Die Landschaft sieht aber erneut vollkommen anders aus. Irgendwo am Horizont erheben sich wieder Hügel und Berge, doch um mich herum zieht sich nur gelber Wüstensand. Es gibt nichts: keine Orte, keine Parkplätze, keine Tankstellen. Lediglich Strom- und Telefonmasten geben einem das Gefühl, doch noch auf ein Stück Zivilisation zuzufahren. Ab und an stehen riesige Wohnmobile im Wüstensand. Unweit davon cruisen dann Quads über die Dünen. Das sieht nach Spaß aus. Ein Zug schlägt sich durch die Wüste. Er ist kilometerlang! Solch einen langen Zug habe ich noch nie gesehen.
35 Kilometer vor Yuma führt die Straße nur wenige Hundert Meter an der mexikanischen Grenze vorbei. Woher ich das weiß? Nun, auf einmal schlängelt sich ein Zaun mitten durch die Wüste. Das ist er also, der berühmt berüchtigte Grenzzaun, der die Staaten von Mittelamerika trennt; ein durchaus bedrückendes Gefühl. Wenig später erreiche ich die Staatsgrenze nach Arizona, die von der Polizei kontrolliert wird. Bei Polizeikontrollen fühle ich mich immer unwohl. Speziell, wenn sie in einer Stadt wie Yuma durchgeführt wird, die ich – Hollywood sei Dank – mit einem Todeszug verbinde. Folglich zähle ich bis drei und bete. Die Uniformierten winken mich jedoch einfach durch und wünschen mir dabei sogar noch einen: »Nice day«.

San Diego bis Yuma

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50 Kilometer später muss ich tanken. Der Ort scheint Coyote Wash zu heißen. Ob hier auch Menschen leben oder das Fleckchen nur aus einer Tankstelle und einem Schnellrestaurant von Jack in the Box besteht, kann ich nicht sagen. Ich vermute eher, dass diese künstliche Oase nur zur Versorgung von Reisenden besteht, denn ich habe hier ein äußerst wahnsinniges Erlebnis für meine Sinne: Ich verlasse mein Auto, um mir den Tankrüssel zu schnappen und bemerke dabei, dass etwas nicht normal ist. Für einige Sekunden stehe ich regungslos neben meinem Auto und staune einfach nur. Ich schaue mich um: Ich bin mitten in der Wüste Arizonas. Sand, trockene Pflanzen, nicht allzu weit entfernt ragen spitze braune Hügel in die Höhe und auf dem Highway, von dem ich gerade gekommen bin, ist kein einziges Auto unterwegs. Es ist nicht die Schönheit der Landschaft, nicht die pure Einsamkeit und Weite. Nein, zum ersten Mal in meinem Leben stehe ich mitten am Tag im Freien – und höre nichts. Absolute Stille …
Ist. Das. Krass.
Die mittlerweile am häufigsten auftretende Pflanze ist der Saguaro, der Riesenkaktus mit den gen Himmel gerichteten Armen, die die Pflanze wie einen Armleuchter aussehen lassen. Das Wissen, dass man diese tatsächlich zur Gattung der Kandelaberkakteen gehörende Pflanze Saguaro nennt, habe ich Cari zu verdanken. Wenn sie von Arizonas Landschaft erzählt, kommt das Wort mehr als nur einmal vor. Ich habe bei ihren Beschreibungen immer schlau genickt, bis sie das unbekannte Wort zum x-ten Mal wiederholte und ich letztlich meine Unwissenheit preisgeben und fragen musste, was zum Geier ein: »sagu-somehting«, sein soll. Spätestens jetzt habe ich die absolute Gewissheit darüber, dass es sich tatsächlich um die coolsten Kakteen überhaupt handelt. Ich meine, wie cool ist das denn bitte: Ich fahre mit dem Auto durch die Wüste und sehe die Klischeekakteen aus jedem Western am Wegesrand stehen. Yeehaw!

Yuma bis Gila Bend

140 Kilometer hinter Coyote Wash und inmitten von Saguaros erreiche ich Gila Bend, ein kleines Wüstenkaff, das nach einer 90°-Kurve im Gila River benannt wurde und ein Ortsschild hat, das Neuankömmlinge darüber informiert, dass hier 1700 freundliche Menschen und fünf alte Griesgrame leben. Der Ort steht auf meiner kurzen Wegbeschreibung nach Flagstaff, da ich hier von der I-8 auf die Arizona State Route 85 in Richtung Norden wechseln muss. Ich halte an der Texaco-Tankstelle, um mir etwas zum Knabbern und zum Trinken zu kaufen. Soweit so unspektakulär. Doch als ich den Shop, der auch allen möglichen Kitsch anbietet, wieder verlasse, steht nur wenige Meter von mir entfernt ein mexikanisch aussehender Cowboy in kariertem Hemd, brauner Jeans, rotem Halstuch und gelbem Cowboyhut. Colts hat er keine, dafür aber seltsam futuristisch anmutende Sneakers mit neongrüner Sohle. Als ich ihn für einen kurzen Augenblick von der Seite sehe, bilde ich mir ein, die mexikanische Variante von Tommy Lee Jones in ihm zu erkennen. Sein komplettes Gesicht bekomme ich jedoch nicht zu sehen, da er in lässiger Haltung mit dem Rücken zu mir steht. Ein echter Cowboy eben: mysteriös und spannend.

Hinter Gila Bend, nun also in Richtung Norden, drücke ich ein wenig auf die Tube. Der Wagen vor mir tut es mir gleich, was mir den – Verzeihung – Arsch rettet: Unsere beiden Wagen sind weit und breit die einzigen Vehikel auf der State Route. Doch plötzlich kommen aus dem Nichts, genauer aus einer versteckten Straße zwischen zwei Dünen, die Cops auf die Straße geschossen, schalten das Blaulicht und signalisieren dem Fahrer vor mir, dass er anhalten soll. Der Mann reagiert sofort. Das ist dann wohl die Angst vor der Staatsgewalt. So schnell habe ich noch nie jemanden rechts heranfahren sehen. Er wird wissen warum und ich freue mich über mein erneutes Glück: Serendipity.
Da mein Tag so früh anfing, ich offline bin und Couchsurfer niemals Telefonnummern anrufen, um potenziellen Gästen mitzuteilen, dass sie bei einem übernachten können, habe ich für heute Nacht noch keinen Schlafplatz. Am Naheliegendsten ist daher der Versuch, es noch einmal bei Rachel und Lucas, meiner Bekanntschaft aus dem Yosemite National Park, zu probieren. Als ich an Phoenix vorbeifahre – leider bekomme ich nichts Interessantes von der Stadt zu sehen – schreiben sie mir, dass sie dummerweise heute auf ein Frisbeeturnier fahren … nach Phoenix natürlich. Sie schlagen vor, dass ich auch einfach in Arizonas Hauptstadt kommen soll. Hm, ich überdenke kurz die mögliche spontane Planänderung und versuche mir dabei noch einmal die Landkarte Arizonas vorzustellen. Außerdem helfen mir die Verkehrsschilder, die Entfernungen besser einschätzen zu können. Von Phoenix nach Flagstaff sind es gut 240 Kilometer. Sedona liegt südlich von Flagstaff, auf jeden Fall aber näher an Flagstaff als an Phoenix. Der Grand Canyon liegt nördlich von Flagstaff. Das würde bedeuten, dass ich auf jeden Fall zuerst nach Sedona fahren, aufgrund der Entfernung aber auch wesentlich früher aufbrechen müsste. Ich wollte es auch vom Wetter abhängig machen, ob ich morgen den Grand Canyon oder Sedona besuche. Ausschlafen wäre auch nicht verkehrt, da beide Tage sicherlich viel abverlangen werden. Und was mache ich in Phoenix? Sind die beiden in Partylaune oder müsste ich mir Leute beim Frisbeespielen anschauen? Und was um alles in der Welt ist überhaupt ein Frisbeeturnier?
Ich entscheide mich gegen Phoenix und für ein Hostel oder Serendipity in Flagstaff. Kaum habe ich den beiden meine Entscheidung geschrieben, bekomme ich auch schon die Antwort, dass es ihnen so leidtut und sie mir deswegen ein preiswertes aber gutes Hostel organisieren werden. Das ist ja mal total lieb! Für 22 Dollar reservieren sie mir ein Bett in einem Vierbettzimmer des Grand Canyon Hostel. Die Rezeptionistin ist eine Freundin von Rachel. Von Sonntag auf Montag, schreiben sie mir, könnte ich womöglich doch noch bei ihnen übernachten und sie wiedersehen. Dass Menschen, mit denen man eigentlich nur eine Stunde seines Lebens verbracht hat, sich solch eine liebevolle Mühe geben, erlebt man auch nicht allzu oft. Amerikanische Oberflächlichkeit my ass.
Nördlich von Phoenix ändert sich abermals die Landschaft. Aus Wüste wird Prärie: Es wird wieder grüner, hügeliger und sogar wolkiger. Meinen nächsten Stopp lege ich am Sunset Point im Yavapai County ein. Es handelt sich hierbei um eine Raststätte mit einer netten Aussicht. Fast noch aufsehenerregender als der schöne Blick über die hügelige Landschaft sind in meinen Augen indes die Toiletten. Da hat nämlich offensichtlich jemand die falschen Kabinentüren geliefert. Diese müssen für einen Kindergarten konzipiert worden sein. Die Zwergentüren reichen nur knapp bis zur Schulter, sodass ein jeder, der die Toiletten betritt, problemlos darüber hinweg in die Kabinen sehen kann.
Das. Ist. Weird.

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Eine dreiviertel Stunde später bin ich todmüde. Obwohl es nicht mehr weit bis Flagstaff sein kann, entschließe ich mich dazu, die Straße zu verlassen und ein kurzes Nickerchen zu machen. Ich bin bereits zweimal in Sekundenschlaf gefallen. Einmal wird es dabei ziemlich gruselig. Als ich meine Augen wieder öffne, drifte ich bereits auf den Seitenstreifen. Da hilf es auch nicht, bei einem der vielen guten Rockradiosender mitzusingen, die mir den Verlust des iPod zwar nicht ganz so schwer machen, es aber nicht mehr vermögen, mich wach zu halten. Also nichts wie runter hier. Ich parke den Wagen neben einem bunten Trailerpark, der mal wieder aus einem Film entnommen zu sein scheint. Ein Rocker in Lederkluft, Piratentuch und großem Köter steht neben seinem Bike und unterhält sich mit einem Herrn in Anzugshose, weißem Hemd, rosa Krawatte, Goldkette, Ringen, Schnurrbart und blondierten Haaren. Seine Schläfe ist tätowiert, sieht wie ein Schmetterling aus. Vielleicht hat es im Knast seine Gangzugehörigkeit symbolisiert. Zuzutrauen wäre es ihm. Die beiden geben auf jeden Fall ein heißes Bild ab: ein Pärchen wie im Märchen.

Als ich eine knappe Stunde später wieder aufwache, düse ich weiter, ohne noch einmal meinen Tank zu checken. Oh, oh. Der ist nahezu leer, wie ich erst zu spät bemerke. Jetzt ist Zittern angesagt, was zusätzlich durch die anscheinend stark gesunkenen Außentemperaturen an Symbolkraft gewinnt: Ich befinde mich bei der Abfahrt nach Sedona zwischen 1500 und 1800 Metern über Null. Und plötzlich liegt überall Schnee! Das kann doch nicht wahr sein, fluche ich innerlich. Die Sonne ist untergegangen, die Temperatur gestürzt, kein Mensch auf dem Highway unterwegs, um mich herum nur Wald und mein Tank so leer, dass ich jeden Moment stehen bleiben könnte. Zu allem Überfluss geht’s auch noch ständig bergauf und seltener auch mal wieder bergab. Jetzt fahre mal mit einer Automatikkutsche spritsparend … Nach 15 Meilen Herzstillstand erreiche ich jubelnd die Shell-Tankstelle von Munds Park.

30 Kilometer später trudele ich in Flagstaff ein.

Ein paar Fakten zu Flagstaff
Die fast 70.000 Flagstaffians leben in 2100 Metern Höhe. Die Stadt wurde nach einem Fahnenmast benannt, den ein paar Jungs aus Boston 1855 aus einer Pinie schnitzten. Soll einer mal behaupten, dass nur Seattle ein paar seltsame Geschichten in seiner Historie zu bieten hätte. Bis sich Leute rund um den Fahnenmast einnisteten, sollte es noch 21 Jahre dauern. Wenige Jahre später wuchs die Siedlung und wurde auch für die Eisenbahn interessant. Obwohl Flagstaff innerhalb kürzester Zeit zur größten Siedlung zwischen Albuquerque und der Westküste wurde, hielt sie sich mit ihrem Charme noch etwas zurück. Ein Journalist schrieb um 1900, dass der Ort wie ein drittklassiges Minencamp wirke und nur mit überteuerten Preisen Eindruck schinden könne. Die Höhenlage machte den Ort 1894 für Astronomen attraktiv, die ein Observatorium errichteten, von dem aus 1930 Pluto entdeckt wurde. Flagstaff wird auch »Dark Sky City« genannt. Die Dunkelheit fiel mir – noch ohne dieses Wissen – übrigens tatsächlich direkt auf. Es ist rabenschwarze Nacht.

Dank Rachel habe ich eine Wegbeschreibung zum Hostel. Die Herberge in der San Francisco Street ist süß und die Rezeptionistin weiß schnell, wer ich bin. Als ich ihr erkläre, dass ich nicht bei Rachel und Lucas übernachten kann, fragt sie sofort, ob sie wieder auf einem Frisbeeturnier sind.
»Yes«, antworte ich, noch immer nicht kapierend, wie man Frisbee als Turniersport ausüben kann. Ich frage das nette Mädel vom Empfang, ob es noch preiswertere Betten gibt, als jenes, das mir Rachel und Lucas organisiert haben. Sie verneint, bietet mir aber an, umsonst wohnen zu können, wenn ich morgen zweieinhalb Stunden arbeite. Das klingt nicht verkehrt. Allerdings wird mein Tag schon kurz genug. Denn nicht nur, dass die Sonne nicht allzu spät untergeht, nein: In Arizona ist man auch eine Stunde voraus, was ich erst jetzt mitbekomme.

2013 01 26 23.54.24

Es ist also bereits 19 Uhr als ich mich auf die Suche nach Abendessen und eine erste Stadterkundung mache. Ich bin in Flagstaffs verschneiter Altstadt. Die Route 66 führt durch sie hindurch. Ich habe sie sogar schon ein paar Meter befahren und fühle mich dementsprechend cool. Auch ewig lange Züge rattern durch Flagstaff. Einer davon lässt mich auch gleich mal mehrere Minuten neben dem alten Bahnhof warten, bevor ich die Route 66 überqueren kann und den Kern der Altstadt betrete.

Die Rezeptionistin hat mir das Swaddee in der East Aspen Avenue als bestes Thai-Restaurant der Stadt empfohlen. Die Altstadt ist sehr klein und quadratisch. Das nett aussehende Restaurant ist also schnell gefunden. Auf der Speisekarte werden fünf Schärfestufen angeboten. Ich wähle meinen elf Dollar teuren Yellow Curry natürlich mit Stufe fünf … und merke ein leichtes Kribbeln. Wo die Schärfe nicht unbedingt überzeugen kann, sticht der Geschmack positiv heraus. Meine Güte, ist das ein leckerer Curry!
Nach dem Essen parke ich den Wagen um. Ich darf nämlich auf dem Parkplatz des Hostels parken, den ich bei meiner Ankunft nicht gesehen hatte. Nachdem ich schon wieder von einem Zug zum Warten gezwungen werde, fahre ich aus Versehen derbe über die knallrote Ampel. Das Abbiegeverbot, das wegen des Zugs aufleuchtet, wird aufgehoben. Allerdings ändert das nichts daran, dass ich nach wie vor eine rote Ampel habe. Ich bemerke die Fehlinterpretation der Lichter allerdings erst, als ich dem Gegenverkehr bereits die Vorfahrt genommen habe. Ups.
Ich arbeite noch ein wenig am Computer und lausche den Tönen eines ganz cool klingenden Konzerts in der gegenüberliegenden Cocktail Bar. Ich bin versucht, auf einen Drink ins Mia’s zu gehen, bin aber von der letzten viel zu kurzen Nacht noch erschlagen und will morgen früh raus. Es ist schlechtes Wetter angekündigt, was für den Grand Canyon gar nicht gut sein soll Es geht also nach Sedona.
»I might have found your underwear …«, schreibt mir Cari auf einmal. Also doch!

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