Dennis Knickel
Writer | Filmmaker | Punk
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Dennis Knickel ist mein Name. Ich werde am 27. Oktober 1983 als jüngstes von vier Kindern in Mainz geboren und wachse in der rheinhessischen Kleinstadt Alzey auf. Dort besuche ich das Gymnasium am Römerkastell und gründe im Alter von elf Jahren selbstständig eine Schülerzeitung, da die bereits existierende Zeitung der Schule sich für mein Verständnis zu sehr aus Werbung zusammensetzt. Apropos Revolution: Ab 13 nenne ich mich Punk und mit 16 Jahren ändere ich meine Ernährungsweise und lebe fortan vegan. 2001 mache ich ein Praktikum beim 2010 verstorbenen Herausgeber, Autor, Journalisten und »Poplinken« Martin Büsser (✞ 2010) im Ventil Verlag. Kurz vor der Volljährigkeit lasse ich mich auf Mallorca zum Tauchlehrer ausbilden und kehre seitdem immer mal wieder zum Tauchen auf die Mittelmeerinsel zurück. Einige Zeit lang engagiere ich mich außerdem in einem alternativen Jugendtreff, wo ich im September 2001 eines der ersten und dann noch drei weitere Solokonzerte des Liedermachers Götz Widmann und eine Theatervorführung organisiere. 2003 bestehe ich das Abitur, halte beim Abschlussball eine Rede, die erstaunlich skandalös aufgenommen wird, und quäle mich danach durch meinen zehnmonatigen Zivildienst als »Urinkellner« in einem Behandlungszentrum für Psychiatrie.
»Dennis Knickel ist verträumt, talentiert und angriffslustig. Damit hat der junge Filmemacher alles, was er für seine Zukunft benötigt.«
– Nico Reinhold, Nordkurier
Im Alter von 20 Jahren veranlassen mich die Erlebnisse während einer längeren Reise nach Hawaii, diese in Form meines ersten Reiseberichts festzuhalten: Kaffee, Kiffer, Killerkatzen. Dann endlich kann ich mit meiner eigentlichen »Berufung« loslegen, gründe mit den Tupamaros Film Productions meine eigene Filmproduktion und mache Filme: 2005 die schwarze Kurzfilmkomödie Die Treppe, der verblüffenderweise vom Majorlabel e-m-s unter Vertrag genommen und im kompletten deutschsprachigen Raum auf DVD vertrieben wird. 2007 folgen der 26-minütige 30er-Jahre-Gangsterfilm Die Füchsin und mit Anarchistenherz mein zweites Buch. Diesmal war ich in Kuba unterwegs.
2008 ziehe ich nach Berlin und beginne 2009 mit den Arbeiten zu meinem dritten Kurzfilm: Erinnerungen. Die Postproduktion von »Erinnerungen« wird unterbrochen, da es mich für zwei Monate nach Thailand (und ein bisschen Kambodscha und Malaysia) verschlägt. Mein Bericht von dieser Reise, Curry-Competition, ist seit Februar 2011 als Buch erhältlich. »Erinnerungen« tut es mir gleich und versucht möglichst viel von der Welt zu sehen. Das funktioniert auch ganz gut. Im Gegensatz zu mir hat’s der Film schon nach Guam geschafft! In Indien läuft der Streifen ein Jahr lang an Schulen. Auch in Deutschland wird er wegen seiner Botschaft auf einer didaktischen DVD für Schulen und Medienzentren veröffentlicht. Das Medienzentrum Baden-Württemberg empfiehlt ihn zudem erfreulicherweise offiziell für den Schulunterricht und sogar als Schwerpunktthema für die schriftliche Abiturprüfung. Außerdem gewinnt der Film Preise in Deutschland, den USA und Spanien. Rock and Roll!
Nachdem ich 2012 und 2013 bereits bei zwei Vorführungen des Lost Cabaret als Gast aufgetreten bin, steige ich ab 2014 als festes Ensemblemitglied – genauer: als schauspielender Kameramann – in die kultige 20er-Jahre-Show von und mit Daniel Malheur ein. Als garstiger Josef Harlanski trage ich neben der Kamera auch einen politisch unkorrekten Schnurbart durch die Veranstaltung und schneide danach beides: den Bart und die Aufnahmen.
»Ich habe größten Respekt vor Dennis Knickels Kulturarbeit. Denn das ist es, was er macht. Und das kann uns, unsere Gesellschaft, nur besser machen, innerlich bereichern …«
– Maria-Anna Hälker, Chefredakteurin DuMont Reiseverlag
Bis Januar 2014 schreibe ich an meinem vierten Buch über meine drei Monate an der US-Westküste (Kalifornien, Oregon, Washington, Nevada und Arizona): Serendipity wird zu einem Zweiteiler. Im Juli 2015 erscheint Teil 1 als Buch und E-Book, Teil 2 folgt im September. Um das Buch zu bewerben, werde ich im Sommer und Herbst 2015 zu »Deutschlands erstem Straßenleser«. Für mehrere Wochen reise ich durch Deutschland und halte neben »regulären« Lesungen auch Lesungen in Fußgängerzonen, was ein gewisses mediales Interesse weckt. 2016 wird die Tour fortgesetzt.
Doch zuvor werden die ersten Konzerte mit meiner Punkband 6 Gramm Caratillo gespielt, mit der ich seit Januar 2015 probe. Ich bin für die Texte und die Stimme zuständig. Unser allererster Auftritt findet am 12. Dezember 2015 im Mainzer Haus Mainusch statt und im März 2018 veröffentlichen wir unsere erste EP. Im Mai 2018 löst die Band sich leider auf.
Im Januar 2018 reise ich für einen Monat nach Indien, wo ich in Bengaluru zufällig einen (ehemaligen) Slum entdecke, der so spektakulär ist, dass ich spontan damit beginne, meine erste abendfüllende Doku zu drehen: »Indian Garden«. Der Film ist noch immer nicht fertig, da ich mir vorgenommen habe, zehn Jahre später erneut nach Bengaluru zu fliegen, um den letzten Teil des Films zu drehen. Ob dieser Plan aufgeht, wird sich zeigen …
Die folgenden Jahre werden künstlerisch betrachtet etwas ruhiger: Auch ich muss irgendwie finanziell über die Runden kommen und heuere im April 2018 bei der Deutschen Welle, dem Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland, an. Von 2018 bis 2023 verdiene ich meine Brötchen als Aufnahmeleiter, Playback Operator, CG Operator, Studio Assistant, Set Dresser und Teleprompter Operator. Danach wechsele ich von der Produktion in die Redaktion und arbeite seitdem als Community Manager für die englischsprachigen News- und andere Social-Media-Kanäle der Deutschen Welle.
2022 reise ich zum ersten Mal nach Kolumbien – und verliebe mich in Kultur, Land und Leute. In einem abgelegenen Fischerdörfchen im Chocó lerne ich Nils Neumann kennen, der Kolumbien schon Jahre vor mir für sich entdeckt hat und Dokumentarfilme dreht. Da meine Spielfilmkarriere aus Mangel an Geld und Förderung zum Stillstand gekommen ist, schlage ich ihm vor, dass wir doch künftig gemeinsam Dokus drehen könnten. Nils gefällt die Idee, wir treffen uns noch mal kurz in Berlin, verabreden uns für 2023 wieder in Kolumbien, halten uns beide an dieses Versprechen und drehen schließlich die ersten vier Teile unserer Serie »Gente de Colombia«, in der wir die verschiedensten Menschen dieses atemberaubenden Landes begleiten und interviewen. Unser Ziel: Die Identität Kolumbiens ergründen. Dass dies in diesem bunten Land unmöglich ist, wissen wir von vornherein. Und genau deshalb suchen wir danach …
Tja, was soll ich sagen? Langweilig wird’s mir definitiv nicht …
My name is Dennis Knickel. I was born in Mainz on October 27, 1983, the youngest of four children, and grew up in the small Rhenish-Hessian town of Alzey. There I attended the Gymnasium am Römerkastell, a German college-preparatory secondary school, and at the age of eleven founded a school newspaper on my own because, in my view, the one that already existed at the school contained too much advertising. Speaking of revolution: from the age of 13 onward, I considered myself a punk, and at the age of 16 I changed my diet and have lived vegan ever since. In 2001, I did an internship at Ventil Verlag with the publisher, author, journalist and “pop leftist” Martin Büsser (✞ 2010), who died in 2010. Shortly before reaching adulthood, I trained as a diving instructor on Majorca and have returned to the Mediterranean island to dive from time to time ever since. For a while, I was also active in an alternative youth center, where in September 2001 I organized one of the first and then three more solo concerts by the German singer-songwriter Götz Widmann, as well as a theater performance. In 2003, I passed my Abitur, the German school-leaving exam qualifying students for university, gave a speech at the graduation ball that turned out to be surprisingly scandalous, and afterwards dragged myself through ten months of civilian service as a kind of “urine orderly” in a psychiatric treatment center. At the time, young men in Germany still had to complete either military or civilian service.
“Dennis Knickel is dreamy, talented and pugnacious. With that, the young filmmaker has everything he needs for his future.”
– Nico Reinhold, Nordkurier
At the age of 20, the experiences I had during a longer trip to Hawaii prompted me to write them down in the form of my first travel account: Kaffee, Kiffer, Killerkatzen. At last, I was able to follow what I felt was my true calling, founded my own film production company, Tupamaros Film Productions, and started making films: in 2005, the black comedy short film Die Treppe, which, surprisingly enough, was signed by the major label e-m-s and distributed on DVD throughout the entire German-speaking world. In 2007 came the 26-minute gangster film set in the 1930s, Die Füchsin, and, with Anarchistenherz, my second book. This time, I had been traveling through Cuba.
In 2008, I moved to Berlin and in 2009 began work on my third short film: Erinnerungen. The post-production of “Erinnerungen” was interrupted because I headed off to Thailand for two months, with a bit of Cambodia and Malaysia as well. My account of that journey, Curry-Competition, has been available as a book since February 2011. “Erinnerungen” followed suit and tried to see as much of the world as possible. It worked out quite well. Unlike me, the film even made its way to Guam! In India, the film was shown in schools for a whole year. In Germany, too, it was released on a didactic DVD for schools and media centers because of its message. The Media Center of Baden-Württemberg also officially recommended it for use in schools and even as a focus topic for the written Abitur exam. In addition, the film won awards in Germany, the USA and Spain. Rock and roll!
After already having appeared as a guest at two performances of Lost Cabaret in 2012 and 2013, I joined the cult 1920s show created by and starring Daniel Malheur as a permanent ensemble member from 2014 on – more precisely, as an acting cameraman. As the nasty Josef Harlanski, I wore a politically incorrect mustache throughout the show while also carrying the camera, and afterwards I cut both: the mustache and the footage.
“I have the greatest respect for Dennis Knickel’s cultural work. Because that is what he does. And that can only make us, our society, better and enrich us inwardly …”
– Maria-Anna Hälker, editor-in-chief, DuMont Reiseverlag
Until January 2014, I was writing my fourth book about my three months on the US West Coast (California, Oregon, Washington, Nevada and Arizona): Serendipity became a two-part book. Part 1 was published as a book and e-book in July 2015, part 2 followed in September. To promote the book, I became “Germany’s First Street Reader” in the summer and fall of 2015. For several weeks I traveled through Germany, giving not only “regular” readings but also readings in pedestrian zones, which attracted a certain amount of media interest. The tour continued in 2016.
But before that, the first concerts with my punk band 6 Gramm Caratillo took place, which I had been rehearsing with since January 2015. I was responsible for the lyrics and the vocals. Our very first performance took place on December 12, 2015, at Haus Mainusch in Mainz, and in March 2018 we released our first EP. In May 2018, the band unfortunately broke up.
In January 2018, I traveled to India for a month, where I happened to come across a (former) slum in Bengaluru that was so spectacular that I spontaneously began shooting my first feature-length documentary: “Indian Garden”. The film is still unfinished, as I have decided to return to Bengaluru ten years later in order to shoot the last part of the film. Whether this plan will work out remains to be seen …
The next few years became somewhat quieter from an artistic point of view: I, too, somehow had to make ends meet, and in April 2018 I joined Deutsche Welle, the international broadcaster of the Federal Republic of Germany. From 2018 to 2023, I earned my living as a floor manager, playback operator, CG operator, studio assistant, set dresser and teleprompter operator. After that, I moved from production into editorial work and have worked there ever since as a community manager for Deutsche Welle’s English-language news output and other social media channels.
In 2022, I traveled to Colombia for the first time – and fell in love with the culture, the country and its people. In a remote little fishing village in Chocó, I met Nils Neumann, who had discovered Colombia for himself years before I did and makes documentary films. Since my feature film career had come to a standstill for lack of money and funding, I suggested that perhaps we could make documentaries together in the future. Nils liked the idea, we met again briefly in Berlin, agreed to meet again in Colombia in 2023, both kept that promise, and eventually shot the first four episodes of our series “Gente de Colombia”, in which we accompany and interview a wide variety of people from this breathtaking country. Our goal: to explore Colombia’s identity. That this is impossible in such a colorful country, we knew from the very beginning. And that is exactly why we are searching for it…
Well, what can I say? Life definitely won’t be boring …
Maryl Vogel
(6. Dezember 2017 & 12. Oktober 2017)
(6. Dezember 2017 & 12. Oktober 2017)
Jakob Reimann, Die Hoffotografen
(8. März 2016)
Ford O. Folliard
(5. Februar 2013)
Dennis Knickel
(27. Januar 2013 & 21. August 2012)
Tim Stieffenhofer
(23. Dezember 2014 & 13. März 2011)
Timon Schäppi
(25. September 2009)
























