Ich war im Fernsehen: Deutschlands erster StraĂźenleser zu Gast bei rbb UM4

I Was on TV: Germany’s First Street Reader at rbb UM4


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GrĂĽezi!

Ich wurde Ende September ĂĽberraschend vom rbb angerufen: Die Redaktion des Nachmittagsmagazins rbb UM4 hatte den Artikel ĂĽber meine StraĂźenlesung in Potsdam gelesen und sich dazu entschieden, mich in die von Janna Falkenstein moderierte Live-Sendung einzuladen.

2016 09 06 Potsdamer Neueste Nachrichten Warten auf den GlĂĽcksfall

Der Einladung bin ich natĂĽrlich nur allzu gerne gefolgt und am vergangenen Freitag war es dann soweit: Man erklärte mir, dass ich circa zehn bis 20 Sekunden zum Lesen habe, bevor das Interview beginnen soll.
»Lies etwas Lustiges! Eine Passage, die die Zuschauer sofort mit auf die Reise nimmt und Lust auf mehr macht.«
»Okay.«
»Und denk daran: Wir sind live, im Nachmittagsprogramm und haben Kinder in der Sendung, die wir auch um dich herumsitzen werden â€¦ Lies also bitte etwas kindgerechtes!«
»… Okay â€¦?«
Diese Vorgabe stellte sich dann als etwas komplizierter heraus: Zum einen ist es zu wenig Zeit, um einen Gag ordentlich aufbauen zu können. Zum anderen geht es in den Kapiteln, die ich in der Regel bei meinen Lesungen vorlese primär um Sex, Drugs & Rock’n’Roll. Nach kurzer Absprache mit Ole, einem weiteren Gast der Sendung, entschied ich mich dazu folgende Passage zum Besten zu geben:

In der Schwulenbar bin ich der Renner! Yeah! Ich bekomme von einem Typen eine Visitenkarte zugesteckt und werde von einer frisch gebackenen 61-jährigen Oma angegraben, die offensichtlich mit ihrem Schicksal, heute Großmutter geworden zu sein, hadert und dies in Alkohol zu ertränken versucht. Kenny ist so dreist und beantwortet ihre Standardfrage: »Was glaubt ihr, wie alt ich bin?«, mit: »35.«
Und ich bin betrunken genug, um: »36!«, hinterherzuschießen.
Da ich Deutscher bin, will mir Kenny sämtliche Biersorten vorstellen, was den Barkeeper veranlasst, Kenny in meiner Abwesenheit zu fragen, ob er mich abfüllen und abschleppen will. Will er nicht, sagt er und bezahlt sämtliche Getränke. Kenny ist cool.

Wenig später saß ich auf der Treppe, auf der das Interview wenige Minuten später stattfinden sollte, und las mir die Passage selbst noch einmal zur Probe vor. Kaum war ich fertig, eilte ein Crew-Mitglied mit einem breiten Lachen im Gesicht auf mich zu: »Du hast eben gelesen, oder?«
Ȁhm â€¦ ja?«
»Lies bitte was anderes. Also, wir fanden’s zwar echt lustig, aber bitte: Es muss kindgerecht sein!«
Dann musste auch ich lachen: »Ist mein Headset-Mikro etwa schon eingeschaltet?«
»Ja, und wir haben dich eben im Ăś-Wagen gehört â€¦ und gelacht. Aber das geht leider nicht.«

Also musste ich mir auf die Schnelle eine andere Passage aussuchen. Letztlich wurden aus den zehn bis 20 Sekunden nur gut fĂĽnf Sekunden, in denen man mich auch versteht, bevor Moderatorin Janna Falkenstein mit der Vorstellung meiner Wenigkeit einsetzt. Ich finde die Vorstellung nach wie vor sehr amĂĽsant, den Beitrag ĂĽber mich mit den Worten: »In der Schwulenbar bin ich der Renner! Yeah!«, einzuleiten. Die Kids hätte es bestimmt auch gefreut, aber â€¦ was soll’s. Zur Ehrenrettung der rbb-Redaktion möchte ich noch anmerken, dass sich der Chefredakteur (?) nach dem Interview bei mir fĂĽr diese Order entschuldigte und explizit darauf hinwies, dass diese Entscheidung keine homophoben GrĂĽnde hatte. So ganz wusste er die Entscheidung auch nicht zu erklären â€“ was ich ziemlich ulkig und auch sympathisch fand. Letzten Endes kann man die Entscheidung wohl wie folgt zusammenfassen: Schwulenbar, Alkohol und eine flirtende Oma sind einfach zu viel fĂĽr das rbb-Nachmittagspublikum. Hihi â€¦

Schönen Dank noch einmal an den rbb und die sympathische Crew der Sendung! Ich hatte viel Spaß, bedanke mich für das Interesse und freue mich über die Reaktionen und Einladungen zu Lesungen, die der kleine Auftritt bereits mit sich brachte. Und Du, lieber Leser, weißt: Sharing is caring. Lieben Dank.

Rock und Roll,
Dennis Knickel


Mein Auftritt bei rbb UM4 war nicht mein erster Fernsehauftritt als Deutschlands erster StraĂźenleser. Bereits im letzten Jahr lud mich der SWR in die Landesschau ein. Falls Du Holger Wienpahls Interview mit mir vom 6. Oktober 2015 noch nicht kennen solltest, kannst Du es Dir hier noch einmal ansehen:

Zu Gast in der SWR Landesschau

Ausstrahlung: Dienstag, 6.10.2015 • Bericht: Philipp Neuweiler • Moderation: Holger Wienpahl

Hi!

I was invited to participate in a live TV show. The show’s editorial office read an article about me as Germany’s First Street Reader, liked the idea and called me to invite me. The interview is in German of course. I hope you can enjoy it anyway.

Have fun
Dennis Knickel

2016 09 06 Potsdamer Neueste Nachrichten Warten auf den GlĂĽcksfall


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