Ein erfolgreicher Start für »Deutschlands ersten Straßenleser«: Die Lust ist geweckt!
A Successful Start for "Germany’s First Street Reader": Now I Want More!
Hallo Welt!
Seit vorgestern Abend bin ich wieder in Berlin. Hinter mir liegt eine spannende kleine Reise, auf der ich mein Experiment »Deutschlands erster Straßenleser« begonnen habe. Den Anfang wagte ich vor dem Kulturzentrum mon ami auf dem Weimarer Goetheplatz. Das mon ami hatte die Schirmherrschaft übernommen und meine Auftritte mit dem Ordnungsamt abgeklärt, wofür ich mich hiermit noch einmal herzlich bedanken möchte.
Am ersten Abend kamen nicht wirklich viele Zuhörer vorbei, was ich zu großen Teilen der Lage des Goetheplatzes zuschreibe, der sich am Rand der Innenstadt befindet. Dank zweier Artikel in der Thüringer Allgemeinen – online und gedruckt – und zweier Radio-Interviews bei Radio LOTTE Weimar schauten am zweiten Tag ein paar mehr Neugierige vorbei. Einige von ihnen versammelten sich sogar tatsächlich bewusst zwischen Kasseturm und mon ami, weil sie von meinem Experiment gehört hatten.
Mein zweites Interview bei Radio LOTTE Weimar
Das erste Interview wurde leider nur ausgestrahlt, aber nicht aufgezeichnet.
Als ich am zweiten Abend eigentlich schon aufhören wollte, rückte plötzlich eine Gruppe Jugendlicher an, die mich zunächst irritiert begutachtete und es sich dann auf den Steinblöcken vor mir gemütlich machte. Am Ende meiner Lesung gab es neben Applaus sogar kleine Jubelchöre. Rock und Roll!
Am nächsten Tag, dem 24. Juli, ging es von Thüringen nach Oberfranken. Neben der Hochzeitsfeier zweier Freunde lockte mich die äußerst coole Bar »bei Adam« nach Coburg, wo ich zu meiner ersten Lesung in einem vollen Biergarten eingeladen war. Vor der Lesung mussten wir uns allerdings noch um ein aus dem Nest gefallenes Vogelküken kümmern. Die Vogelmutter und die immer zahlreicher werdende Verwandtschaft (!?) trauten sich nur sehr zögerlich in den Biergarten, um das gefallene Vögelchen zu füttern und zu retten. Das Ende des Dramas sah dann aber recht erfolgreich aus.
In einem Biergarten oder einer Kneipe zu lesen, ist eine Herausforderung, da natürlich nicht jeder der Kneipengänger gekommen ist, um einem geladenen Vorleser zuzuhören. Dementsprechend laut war dann auch die Geräuschkulisse zwei Tische neben meinem Mikrofon, was wiederum eine Dame, die speziell für meine Lesung gekommen war, zur Verteidigerin des Respekts und meiner Kunst werden ließ. Da ich ehrlich gesagt mit nichts anderem gerechnet hatte, schaute ich mir entspannt und auch leicht amüsiert die Wortgefechte zwischen den beiden Tischen an, sobald ich mal wieder von der eifrigen Zuhörerin unterbrochen wurde:
»Entschuldigung, aber ich verstehe nichts! Zeigt doch mal etwas Respekt und Anstand! Er ist extra nach Coburg gekommen, um uns vorzulesen. Geht doch vor die Kneipe oder rein, wenn Ihr quatschen wollt.«
»Setz Du Dich doch näher an den Verstärker!«
Ich fand den Abend super, was auch nicht zuletzt an Ina, der Pächterin des Ladens, und ihren Angestellten und Freunden lag. Ich komme mehr als gerne wieder!
»Serendipity – Teil 1« bei Amazon
Am 25. Juli habe ich mich vor der Hochzeitsfeier an das Spitaltor in Coburgs Fußgängerzone gesetzt. Und das hat dann richtig Spaß gemacht: Kaum hatte ich mich und mein Projekt vorgestellt und begonnen vorzulesen, saß auch schon der erste Zuhörer auf einer meiner bereitgelegten Isomatten. Nach zwei Kapiteln teilte dieser mir mit, dass er mir ein Exemplar von »Serendipity – Teil 1« abkaufen möchte. Allerdings wollte er keine zwölf Euro zahlen. Gerade als ich dachte, dass er mit mir über den Preis verhandeln möchte, erklärte er mir, dass er meine Courage bewundert, mich einfach in die Fußgängerzone zu setzen und aus meinem Buch vorzulesen. Einen Straßenleser habe er zudem noch nie gesehen, weswegen er mein Experiment unterstützen möchte, indem er mir mehr als den Buchpreis zahlt. Dann zückte er sein Portemonnaie und streckte mir einen 50-Euro-Schein entgegen. Eine für mich nach wie vor unfassbare Geschichte! Und noch einmal möchte ich mich herzlich für diese Großzügigkeit bedanken. Ich bin noch immer begeistert. Auch die restliche Lesung bereitete mir tierisch viel Spaß. Die Gäste des Tchibo-Cafés schlürften interessiert zuhörend ihre Kaffees an den Stehtischen vor dem Laden, ein Pärchen bekam ihr Grinsen nicht aus dem Gesicht, als sie mich passierten, und weitere Bücher wurden verkauft. Spätestens mit dieser Lesung wurde mir klar, dass meine Idee, als Straßenleser den deutschsprachigen Raum zu erkunden, eine verdammt gute ist. Der Start war erfolgreich. Die Fortsetzung folgt also zu 100 %. Und ich freue mich schon sehr darauf!
Wir sehen uns auf der Straße,
Dennis Knickel
Hello world!
I have been back in Berlin for two days now. Behind me lies an exciting little journey on which I started my experiment as "Germany’s First Street Reader". I began the project in front of Weimar’s cultural center mon ami on Goetheplatz. Mon ami took over the patronage for my performances and cleared my appearances with Weimar’s public order office. Thanks again for that.
The audience during my first show wasn’t big. I think that was largely due to the location of Goetheplatz, which is situated on the edge of Weimar’s city center. The next day was more successful, thanks to two articles in the local newspaper Thüringer Allgemeine – online and in print – and two radio interviews at Radio LOTTE Weimar. Some curious listeners even gathered deliberately between Kasseturm and mon ami because they had heard about my experiment.
My Second Interview at Radio LOTTE Weimar
Unfortunately, the first interview was broadcast but not recorded.
When I was actually about to stop reading on the second evening, a group of teenagers suddenly showed up. At first, they watched me with slight irritation, but then made themselves comfortable on the stone blocks in front of me. At the end of my reading, I got not only applause but even little cheers. Rock and roll!
The next day, on July 24, I traveled from Thuringia to Upper Franconia. Besides the wedding party of two friends, I was drawn to the extremely cool bar "bei Adam" in Coburg, where I had been invited to my first reading in a packed beer garden. Before the reading, however, we had to take care of a little bird that had fallen out of its nest. The bird’s mother and its increasingly numerous relatives (!?) only very hesitantly dared to enter the beer garden to feed and rescue the fallen little bird. The end of the drama looked quite successful, though.
Reading in a beer garden or bar is quite a challenge, since of course not every guest has come to listen to an invited reader. Accordingly, the noise level two tables away from my microphone was rather high. This, in turn, turned one woman, who had come specifically for my reading, into the defender of respect and my art. Since I honestly hadn’t expected anything else, I watched the verbal sparring between the two tables in a relaxed and slightly amused way whenever the eager listener interrupted me again:
"Excuse me, but I don’t understand a single word! Show some respect and decency! He came all the way to Coburg to read to us. Go outside the bar or inside if you want to chat."
"Why don’t you sit closer to the amp?"
I really enjoyed the evening, not least because of Ina, the bar’s tenant, and her staff and friends. I will be more than happy to come back!
"Serendipity – Part 1" on Amazon
On July 25, before the wedding party, I sat down at Spitaltor in Coburg’s pedestrian zone. And that was really fun: Hardly had I introduced myself and my project and started reading when the first listener was already sitting on one of the camping mats I had laid out. After two chapters, he told me that he wanted to buy a copy of "Serendipity – Part 1". However, he did not want to pay twelve euros. Just when I thought he wanted to negotiate the price with me, he explained that he admired my courage to simply sit down in the pedestrian zone and read from my book. He had also never seen a street reader before, which is why he wanted to support my experiment by paying me more than the book price. Then he pulled out his wallet and handed me a €50 bill. A story that still feels unbelievable to me! And once again, I would like to thank him warmly for this generosity. I am still thrilled. The rest of the reading was also a huge amount of fun. The guests of the Tchibo café sipped their coffee at the standing tables in front of the shop, listening with interest; one couple could not stop grinning as they passed me, and more books were sold. By this reading at the latest, it became clear to me that my idea of exploring the German-speaking world as a street reader is a damn good one. The start was successful. The continuation will therefore follow 100 percent. And I am already very much looking forward to it!
We’ll meet on the streets,
Dennis Knickel

