Spendenaktion zugunsten der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland & Sea-Watch

… Und meine Sicht auf die Welt im Jahre 2020

Spendenaktion 2020 - ISD & Sea-Watch
KommentarSpendenaktionWho the Fuck Is Dennis Knickel?
Die Spendenaktion findest Du oben auf dem entsprechende Tab!

Meine Sicht auf die Welt im Jahre 2020


Die Pandemie als Chance?

Wir befinden uns momentan in einer sehr intensiven Zeit: Was sind die Auswirkungen der Pandemie auf unser aller Leben?
Alleine diese Frage wäre womöglich schon genug, um ein gesamtes Zeitalter danach definieren zu können: Sehen wir das Ende des Kapitalismus nahen? Lernt der Mensch sich selbst und seinen Planeten endlich zu schätzen?
Wir sahen bereits nach wenigen Wochen Bilder und Statistiken, die uns zeig(t)en, wie sich die Natur erholt. Erholt von unserem Raubbau, unserer Gier, unserer Egomanie, dem Hedonismus, der Möglichkeiten, die wir entwickelt haben. Corona â€“ das lateinische Wort fĂĽr Krone â€“ als Chance fĂĽr uns? Uns, die »Krone der Schöpfung«?
Das war Teil des verklärten positiven Blicks auf die sich ausbreitende Pandemie: weltweite sowie auch kommunale Solidarität, Respekt voreinander »im Zeichen des Mundschutzes«, die Rettung der Umwelt und des Klimas: Kapieren wir es endlich?

Das Paralleluniversum

Anscheinend haben wir es nicht kapiert. Denn die Blume der Hoffnung wurde sehr schnell von den ĂĽblichen Verdächtigen ausgerupft oder einfach plattgetrampelt. Aus 80 Millionen Bundestrainern wurde 80 Millionen Virologen und unsere selbsternannten »besorgten BĂĽrger« â€¦ nun ja, die blieben in der Regel genau das, was sie zuvor schon waren: keine wirklich »besorgten BĂĽrger«, sondern Verschwörungsideologen, Misanthropen, Egomanen, Narzissten â€¦ Oder anders ausgedrĂĽckt: reaktionäre Arschlöcher, die uns unnötige Steine der Ignoranz in den potenziell progressiven Weg legen.
Soweit also eigentlich nichts Neues. Doch mit der Tatsache, dass wir zu einem gewissen Lebenswandel â€“ zumindest temporär â€“ gezwungen werden, wurden auch diese Stimmen lauter und erhielten Zulauf â€“ selbstverständlich auch von Menschen, die vorher nicht bei PEGIDA mitliefen oder AfD wählten. Nicht nur vor der VolksbĂĽhne in Berlin traf sich die Querfront, die unscheinbaren Omas & Opas von nebenan, (Alt-)Hippies, die den Antisemitismus fĂĽr sich entdecken, waschechte Neonazis, Heilpraktiker und andere weltfremde Esoteriker, verwirrte Sänger und Köche sowie jene, die verstehen, wie man Profit aus Angst, Ungewissheit und Unwissen schlagen kann.
Spätestens als sich in Stuttgart 5.000 Verschwörungsideologen und all jene auf einer Kundgebung trafen, die kein Problem damit haben, sich auch mit Neonazis fĂĽr die »gemeinsame Sache« zu treffen, hatte ich die Hoffnung verloren: Da waren sie also schon wieder, die argumentbrefreiten und schwer empörten Besserwisser ohne Wissen.
Damit man mich nicht falsch versteht: Kritik an der Umsetzung des Lockdowns und Fragen zur teils unĂĽberschaubaren oder nur schwer zu verstehenden Situation sind vollkommen legitim. Das gehört zum demokratischen Diskurs. Aber ich kann und sollte mir aussuchen, mit wem ich mich da solidarisiere. Neonazis lehnen Kindesmissbrauch ab? Super. Ich auch. Und trotzdem wĂĽrde ich im Leben nicht mit den Menschenfeinden gemeinsam demonstrieren gehen. Niemals! Wer diesen Tabubruch begeht, verrät die Demokratie/ist kein Demokrat. Und deshalb habe ich auch die »bĂĽrgerliche Mitte« aus obiger Aufzählung gestrichen. Was soll das fĂĽr eine Mitte sein, die Bill Gates als schlimmer als Hitler empfindet und es sich erdreistet, sich den Judenstern anzupinnen: »ungeimpft«? Wenn das die bĂĽrgerliche Mitte Deutschlands im Jahre 2020 ist, dann gute Nacht â€¦
Zum Glück ist sie es nicht. Genauso wenig, wie sie »das Volk« ist.
Und was ist das überhaupt für eine Logik? Wenn in Deutschland nicht genug Leute sterben, denkt man, das Virus sei »nicht schlimmer als jede Grippe«. Erlebten wir hier den Horror, den New York City oder die Lombardei erleben mussten (bzw. noch immer durchmachen), was wäre dann hier los?
… Und in einem Paralleluniversum steht Hillary Clinton vor Gericht, weil zwölf US-Amerikaner an einem neuartigen Virus gestorben sind.
Diesen Spruch habe ich geklaut. Ich weiß nur nicht mehr, wo ich ihn so oder so ähnlich gelesen habe.

Transformation in ein neues Zeitalter?

Ken Jebsen, der Antisemit mit den Zündhölzern, steht beispielhaft für die Transformation, die wir derzeit anscheinend tatsächlich leider durchmachen: Wir erleben den Übergang vom Digitalen Zeitalter ins Zeitalter der Ewigen Lüge.
Wem kann man noch glauben bzw. wem will man noch glauben? Ein jeder hat sich mit »Likes« seine eigene Filterblase aufgebaut. Leute, die sich in ihrem Leben noch keiner Diskussion von Angesicht zu Angesicht gestellt haben, pöbeln den lieben langen Tag lang alles und jeden an â€“ egal, ob der virtuelle Gegner ein aufrichtiger Journalist, ein weltweit anerkannter Virologe oder die Kanzlerin ist. Argumente werden nicht benötigt. »Merkel muss weg« und »Fick dich« reichen vollkommen aus, um das eigene Ego, den eigenen Narzissmus befriedigen zu können. Man ist »erwacht« und verachtet all die »Schlafschafe« da drauĂźen. â€“ Es ist ĂĽbrigens ziemlich lustig, wenn man als alte Zecke plötzlich als »Systemling« beschimpft wird.
Was wird aus unserer Welt, wenn in vielleicht zehn Jahren kein Mensch mehr die Nachrichten von echten Journalisten präsentiert bekommt, sondern nur noch von selektiv ausgewählten Bloggern, die nichts anderes mehr tun müssen, als uns in unserer Meinung zu bestärken? Blogger und Vlogger, die womöglich nirgends angeben müssen, wer sie für ihre Inhalte bezahlt oder woher ihre News überhaupt kommen. Schon mal unter diesem Aspekt die Matrix betrachtet, gefangene Sklaven einer computergenerierten Traumwelt?
Was haben alle über Angela Merkel gelacht, als sie das Internet als »Neuland« bezeichnete. Wisst Ihr was: Ich glaube, sie hatte verdammt recht.
Das Wissen der Menschheit: für jeden zugänglich!
FĂĽr jeden zugänglich: Das Wissen der Menschheit? Ein nicht zu unterschätzend groĂźer Teil der Menschheit scheint vor allen Dingen feiges, weil anonymes Pöbeln gelernt zu haben und/oder wie man sich seine eigene Matrix erzeugt: gefangene Sklaven einer computergenerierten (Alb-)Traumwelt. Ich nehme mich da ĂĽbrigens gar nicht raus â€“ zumindest was die Filterblase angeht. So ehrlich muss man schon zu sich sein, finde ich.
… Soll mir noch einmal jemand erzählen, man sei als Anarchist Utopist.
Fun Fact: Anarchist steht im Duden als Synonym fĂĽr Utopist. Pah! 🖕

Die Hildmanns und die Naidoos

Der Blick in die Zukunft pendelt gefĂĽhlt nur noch zwischen ungewiss und dĂĽster. Nicht etwa, weil die »Erwachten« eine Mehrheit darstellen. Nein, die sind nur sehr, sehr laut. Doch von PEGIDA, AfD und Verkehrsunfällen haben wir eines gelernt: Hingucken will dann doch irgendwie jeder mal. Und die Attila Hildmanns und Xavier Naidoos sind ja zudem auch noch irgendwie amĂĽsant. Naja, vielleicht auch eher psychotisch â€¦? Darf man da noch lachen? Ăśber die ReichsbĂĽrger hat man ja auch gelacht, bis â€¦ bis sich herausstellte, dass ein groĂźer Teil von ihnen bewaffnet ist und sie ihren Schwachsinn ernst meinen.
Aber Hildmann ist ja nun wirklich noch bekloppter! Oder? Ist der Koch, der bewaffnet in den Untergrund gehen will, wirklich noch absurder als ein Wolfgang P., der seinen eigenen Fantasiestaat in seinem Haus in GeorgensgmĂĽnd ausgerufen und dann einen Polizisten ermordet hat? Tausende lesen die ErgĂĽsse Hildmanns und Naidoos. Und noch viel mehr glauben jede noch so wilde Verschwörung eines gewissen »Q«, der behauptet, dass Hillary Clinton & Co. in unterirdischen Gewölben Kinder foltern und sich von deren Blut das ewige Leben abzapfen.

QAnon, Jeffrey Epstein, George Soros und die Clintons

»GestĂĽtzt« werden solche Theorien, respektive Ideologien, von den tatsächlichen Verbrechen eines Jeffrey Epstein, dessen Tod in seiner Gefängniszelle durchaus legitim als »seltsam« bezeichnet werden kann und der â€“ als Milliardär nicht unbedingt ungewöhnlich â€“ Bekanntschaften und Freundschaften in den »elitärsten Kreisen« pflegte. Epstein besaĂź beispielsweise eine Insel, auf der es nachweislich massenhafte Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen gab, und auf der von Prinz Andrew bis (angeblich/vielleicht auch) Bill Clinton hochrangigste Gäste zugegen waren.
(Nicht jeder Gast war in Vergewaltigungen involviert oder wusste davon. Ich werde auch sicherlich nicht spekulieren und Nährboden für mögliche Hetze liefern.)
Und wenn man dem »Sexskandal-Präsidenten« Bill Clinton schon eine Verbindung zu Jeffrey Epstein nachweisen kann, dann bedarf es keiner allzu großen Fantasie auch eine Verbindung zu dessen Sexsklavinnen-/Vergewaltigungsring zu ziehen. Und da Hillary ihrem Bill anscheinend die Lewinsky-Affäre verziehen hat und sie mit Donald Trump das wohl unbeliebteste Kandidatenduo für eine US-Präsidentschaftswahl aller Zeiten ausmachte, können Verschwörungsideologen auch ihr problemlos die perversesten Verbrechen unterstellen. So simpel funktionieren Verschwörungsideologien.
Selbstverständlich darf auch der Antisemitismus nicht fehlen. Keine Verschwörung ohne Juden in der Rolle des ultimativ Bösen. Der neue Rothschild heißt George Soros, der mit seinem Vermögen unter anderem Bürgerrechtsorganisationen, Bildungseinrichtungen sowie politische Aktivisten unterstützt. Ansonsten unterscheidet sich die Hetze in keiner Weise zum Antisemitismus vergangener Zeiten.

Bill Gates

Und so kommen wir schließlich zu Bill Gates und der Bill & Melinda Gates Foundation. Ich persönlich kann nur noch den Kopf schütteln, wenn ich von »besorgten Bürgern« solche Argumente höre: »Bill Gates will alle Menschen der Erde impfen!«
Na, und? Wo ist das Problem? Haben diese Menschen denn komplett vergessen, dass wir einige der schlimmsten und tödlichsten Krankheiten losgeworden sind oder sie zumindest stark eindämmen konnten, eben weil sich möglichst viele Menschen haben impfen lassen?

Die Pocken wurden nachweislich durch Impfungen ausgerottet, die Kinderlähmung wurde zurückgedrängt und Masern in Nord- und Südamerika eliminiert.Moritz Gottsauner-Wolf | Zeit Online

Das Problem liegt in unserem Wohlstand, der Tatsache, dass wir es uns erlauben können, als BĂĽrger einer Industrienation â€“ der sogenannten »Ersten Welt« â€“ unsere Sorgen ĂĽber mögliche Impfschäden ĂĽber das Wohl all jener Menschen zu stellen, die in Gebieten leben, in denen solche Krankheiten eben noch nicht ausgestorben sind.

Unsere Ignoranz wird von uns getrost ignoriert

Das ist kein neues Phänomen, sondern ein längst etabliertes: Wer achtet denn schon darauf, ob in unserem Essen Palmöl enthalten ist? Wer kauft ausschließlich fair gehandelte Waren? Wer boykottiert Nestlé? Wer lebt vegan oder vegetarisch? Wer engagiert sich gegen das elendige Verrecken von Flüchtlingen im Mittelmeer oder gegen den allgegenwärtigen Rassismus? »Der Klimawandel existiert doch eh nicht und wenn doch, dann ist’s doch sowieso schon viel zu spät!«
Das alles ist Arbeit!
Und solange der »Kaiser« keine Sklaven auf katarischen Baustellen sieht, die Formel 1 im Bahrain ihre Runden dreht, der FC Bayern zum Trainingslager nach Doha fliegt und wir unseren Spargel von Sklaven gepflĂĽckt bekommen, die auch keiner sieht, können wir den ganzen ScheiĂź auch entspannt ignorieren und uns ĂĽber die kranke Welt des Tiger King amĂĽsieren. (Ist aber auch eine groĂźartige Dokuserie!)

Chance vertan?

Da sind wir nun also: Die durchaus vorhandenen Chancen der Pandemie â€“ eine (R)Evolution unserer politischen/gesellschaftlichen Systeme, das AufblĂĽhen von Solidarität, Respekt und Miteinander sowie eine neue, eine humane Definition von Globalisierung â€“, haben wir sie bereits verspielt? Haben wir jenen zu viel Raum und zu viel Gewicht zugelassen, die nur spalten und zweifeln, aber rein gar nichts zur Verbesserung der Situation beitragen können und wollen? Sind wir wieder mal nur Gaffer während eines Unfalls?

George Floyd

Jeder kennt seinen Namen – was gut und wahnsinnig wichtig ist â€“ und jeder weiĂź, was ihm angetan wurde. Er wurde zum neuesten Symbol fĂĽr Jahrhunderte der UnterdrĂĽckung von Menschen â€“ aufgrund ihrer Hautfarbe.
Die mittlerweile den Globus umspannenden Proteste sind die nächste Chance, unsere nächste Chance, die Welt positiv zu verändern â€“ gemeinsam!
Doch die Feinde für ein friedliches Miteinander haben sich nicht nur in Stellung gebracht, sondern haben in manchen Ländern gar die Macht bereits übernommen: Bolsonaros Brasilien, Dutertes Philippinen, die EU-Staaten Ungarn und Polen, in Teilen auch Österreich und Italien, Erdoğans Türkei, sowieso Russland, China, Saudi-Arabien und der Iran sowie seit 2016 auch Trumps USA.

Rest in Power, George Floyd.

Donald Trump

Der Narzisst im Weißen Haus vollzieht derzeit die Evolution vom Proto- zum waschechten Faschisten, diskreditiert den zivilien Ungehorsam und die vom Volk ausgeübte Gegengewalt als »Krawalle« und droht ausgerechnet mit einem Zitat des rassistischen Polizeichefs von Miami, Walter Headley, der 1967 mit: »When the looting starts, the shooting starts«, ein brutales Vorgehen gegen die schwarze Bevölkerung angekündigt hatte. Und Trump lässt Taten folgen, schickt martialisch die völlig aus den Fugen geratene und militärisch ausgerüstete Polizei in die Schlacht gegen das eigene Volk.
Den »JĂĽngern Trumps« scheint es nicht möglich zu sein, ihren Glauben an den Präsidenten um des Friedens und der Demokratie Willen aufzugeben. Hinzu kommt ihre Loyalität gegenĂĽber der Republikanischen Partei, was ich mir damit erkläre, dass es in den Staaten eben nur zwei relevante Parteien gibt. Stößt man nun Trump den Dolch in den RĂĽcken, dĂĽrfte jedem klar sein, dass mindestens fĂĽr die nächsten vier bis acht Jahre die Demokraten wieder das Sagen im Land des unbegrenzten Fanatismus’ haben werden. Ein Albtraum fĂĽr waschechte Konservative â€“ von all jenen, die noch weiter rechts stehen ganz zu schweigen. Nein, ich habe in den letzten Wochen zu GenĂĽge mit einer Trump-Supporterin diskutiert â€“ bzw. habe ich es versucht. Es ist purer Fanatismus. Und aus »sportlich kapitalistischer« Sicht käme es einer Niederlage gleich, die durch nichts zu reparieren wäre. DolchstoĂź, schändliche Niederlage â€¦ Das kommt uns Deutschen doch irgendwie bekannt vor â€“ wie so vieles, was derzeit drĂĽben, ĂĽber dem »groĂźen Teich« passiert und uns groĂźe Sorgen bereitet.
Nein, wir können es vergessen, dass diese »neuen Republikaner«, die Trumpisten, von ihrer Meinung, die sie in der Regel nicht mit Argumenten untermauern können (auch das kennen wir hier) abweichen und Trump als das sehen, was er ist: ein narzisstischer Milliardär, der schon immer Sexist und Rassist war und es auch ewig bleiben wird. Von Trump abzuweichen käme diesen Wählern einem Verrat gleich. Und da kann Trump noch so autokratisch twittern, sich in seinem Bunker verstecken, friedliche Proteste mit Gewalt vertreiben, um ein völlig bescheuertes Foto zu schießen, einen Zaun um das Weiße Haus aufziehen, die Proteste kriminalisieren, Rechtsextremismus verharmlosen und Verschwörungen verbreiten: Mit diesen Fanatikern lässt sich anscheinend nicht mehr vernünftig reden.
Doch die Diskussion um Rassismus, Gleichheit und den Polizeiapparat ist nun im Gange â€“ so laut wie schon ewig nicht mehr â€“ und am 3. November finden die nächsten Präsidentschaftswahlen statt. Ob Trump das WeiĂźe Haus im Falle einer Niederlage freiwillig verlassen wird, darf angezweifelt werden. Mit »Obamagate« baut er sein nächstes perfides Konstrukt auf, um die Wahlen zu gewinnen und den politischen Gegner zu dämonisieren. So steht zu befĂĽrchten, dass er es schafft wiedergewählt zu werden oder den Hass so gesät zu haben, dass bewaffnete Rednecks wieder mit halbautomatischen Waffen in die Parlamente stĂĽrmen â€“ diesmal vielleicht ihre Waffen abfeuernd.
Trotz seines unfassbaren Missmanagements während der COVID-19-Pandemie mit momentan ĂĽber 114.000 Toten US-BĂĽrgern. Trotz der Verweigerung auch nur einmal »Black Lives Matter« zu sagen, um so wenigstens einmal den Versuch zu unternehmen, das Volk zu befrieden. Trotz der Verunglimpfung groĂźer Teile der eigenen Bevölkerung. Trotz seiner Attacke auf den Naturschutz. Trotz seiner unzähligen LĂĽgen. Trotz des Bestärkens von Verschwörungstheorien, die beispielsweise besagen, dass »die Antifa« eine von Regierungen unterstĂĽtzte, organisierte »Terrororganisation« sei. Trotz seines Sexismus’. Trotz, trotz, trotz, trotz, trotz â€¦

Und Europa?

Auch in Europa ist die losgetretene Protestwelle der Black-Lives-Matter-Bewegung angekommen und zieht die Massen mit. Und zum GlĂĽck zeigen wir nicht nur plump mit dem Finger nach Amerika, auf Trump, und fĂĽhlen uns wohl in einer richtenden Rolle von ganz weit weg, sondern hinterfragen Strukturen und Rassismus bei der Polzei und auch in unser aller Alltag. Schaut man sich die Reaktionen in den sozialen Netzwerken an, wird einem auch deutlichst vor Augen gefĂĽhrt, wie viel Arbeit noch vor uns liegt: Die Welt im 21. Jahrhundert ist noch immer voll von Rassismus â€“ ĂĽberall.
Trotz der aufbauenden Bilder von massenhaften Solidaritätsbekundungen oder dem Niederreißen rassistischer Statuen, vergessen wir Europäer dabei zu oft, dass die ein oder andere Massendemo nicht ausreichen wird, um wirklich etwas zu verändern. Groß ist die Sorge, dass in ein, zwei Monaten wieder alles abgeflaut und verdrängt sein wird. Doch noch immer sterben unzählige Menschen auf dem Mittelmeer. Die Festung Europa tötet und ist eiskalt dabei.

Auch sterben in der EU, in Deutschland Menschen unter der Aufsicht oder direkt durch die Hand von Polizisten (Oury Jalloh, Amed A. etc.). Auch bei uns ist das »System Polizei« längst reformationsbedürftig. Es kann nicht sein, dass Polizisten mögliche Vergehen oder gar Verbrechen der eigenen Kollegen untersuchen. Es kann nicht sein, dass vertrauliche Dokumente der Polzei auf den Smartphones von rechtsextremistischen Terroristen gefunden werden. Es sollte auch nicht sein, dass sowohl jede Ordnungswidrigkeit als auch die schlimmsten Verbrechen von der mehr oder weniger selben Behörde untersucht werden. Dass die Polizei auch dadurch überfordert ist, dürfte nicht verwunderlich sein.
Der Polizeiapparat muss aufgeteilt und komplett neu aufgestellt werden â€“ politisch wie in bislang gänzlich unĂĽberprĂĽfbaren MaĂźe sicherlich auch personell. Nicht, um allen Cops das ACAB-Label aufzudrĂĽcken, sondern um Polizisten zu entlasten, Bullen zu bestrafen, aber auch um ihnen das GefĂĽhl oder gar das Wissen zu nehmen, Macht ĂĽber diejenigen zu haben die sie eigentlich beschĂĽtzen und denen sie helfen sollen. Oder dass sie jederzeit ungestraft mit jedem noch so beklopptem Verbrechen davonkommen, weil sie denken, ĂĽber dem Gesetz zu stehen.
Ich habe vor wenigen Jahren einen Polizisten privat kurz kennengelernt, der bereit war, mir die ein oder andere Frage zu beantworten. Schockierend, doch zugleich auch in keiner Weise überraschend, beantwortete er mir meine Frage nach linken Polizisten: »Die gibt es sicherlich auch, sind aber gut beraten, das für sich zu behalten. Sonst gäbe es mit zu vielen Kollegen Ärger.«
Auch der politische Einfluss muss beschränkt bleiben und die Gesinnung, Verfassungstreue und das Demokratieverständnis nicht nur jedes einzelnen Polizisten und Soldaten, sondern auch â€“ oder im Speziellen â€“ hochrangiger Beamter ĂĽberprĂĽft werden und ĂĽberprĂĽfbar bleiben: Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Rainer Wendt und der ehemalige Leiter des Bundesamtes fĂĽr Verfassungsschutz Hans-Georg MaaĂźen sind die hierzulande schlimmstmögliche Beispiele dafĂĽr.

Das 1951 neugegrĂĽndete Bundeskriminalamt lehnte sich in seiner Organisationsstruktur deutlich an das Reichskriminalpolizeiamt an. Zudem hatten viele der fĂĽhrenden Beamten der ersten Generation in der Vergangenheit hohe SS-Dienstgrade inne gehabt. […] Die Ausbildung der Schutzpolizisten in den kasernierten Bereitschaftspolizeieinheiten und auch der FĂĽhrungsstil der Vorgesetzen blieben bis zum Ende der 1960er Jahre den militärischen Vorbildern verhaftet. Dies ist keine Ăśberraschung, ist doch ein GroĂźteil der Oberbeamten der Schutzpolizei in der Weimarer Republik polizeilich sozialisiert worden. Diese ›Patriarchen‹ bestimmten lange Zeit das Klima und die Umgangsformen innerhalb der Polizei: Ordnung, Sauberkeit und Kameradschaft galten als Leittugenden. […] Doch den Reformen [der 1970er Jahre] stand ein nicht unerheblicher Beharrungswille innerhalb der Polizei entgegen. Die Unsicherheit in der Gesellschaft, wie ihre Polizei denn nun sein sollte, und die Unruhe in der Polizei selbst schlugen sich auch im öffentlichen Diskurs nieder. […] [Im SPIEGEL] äuĂźerte der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, der Schutzpolizeidirektor Kurt Gintzel, die BefĂĽrchtung, dass die Reformbestrebungen, eine bĂĽrgernahe Polizei zu schaffen, durch den aufkommenden Terrorismus gefährdet seien. […] Die zusätzliche EinfĂĽhrung von EDV-gestĂĽtzten Fahndungsmethoden fĂĽhrte zu einer Aufwertung des Bundeskriminalamtes sowohl polizeiintern als auch in der öffentlichen Wahrnehmung. Bis zum so genannten ›Deutschen Herbst‹ 1977 wurden der Ausbau und die Kompetenzerweiterung des BKA und die staatsschĂĽtzende Funktion der Polizei weitgehend unkritisch betrachtet. Danach lösten die erweiterten polizeilichen Kompetenzen kein zusätzliches SicherheitsgefĂĽhl mehr aus, sondern weckten Visionen eines Ăśberwachungsstaates. […] Erst in den 1980er Jahren wurde die Schutzpolizei nach und nach in allen Ländern der Bundesrepublik fĂĽr Frauen geöffnet. Die Frage, ob die Frauen die Männerdomäne Polizei grundlegend verändert haben, oder ob die Polizei die Frauen verändert, die in ihr Dienst tun, muss an anderer Stelle beantwortet werden, da sie ĂĽber den Untersuchungszeitraum hinausgeht. Erst in den 1990er Jahren erreichte der Frauenanteil in der uniformierten Polizei zweistellige Prozentzahlen. […] Seit dem Ende der 1980er Jahre hat sich die Polizei jedoch weiterentwickelt – eine eingehende Analyse dieses Prozesses aus historischer Perspektive steht jedoch noch aus.Bundeszentrale fĂĽr politische Bildung

Dass das Police Department in Minneapolis komplett aufgelöst wurde, mag beim ein oder anderen fĂĽr groĂźe Beunruhigung oder gar Ă„ngste sorgen. Aber ich sehe vielmehr eine selten dagewesene Chance darin, das anachronistische Konstrukt Polizei nicht nur in den USA, sondern auch hier endlich grundlegender, radikaler als in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zu ĂĽberarbeiten und etwas Neues, etwas Demokratisches zu schaffen: bĂĽrgernahe Organe, die zur Abwechslung tatsächlich mal Freund und Helfer sein können â€“ und keine Rassisten.

Noch alle Chancen vorhanden.

Dennis Knickel

Spendenaktion

Einnahmen aus meinem Shop → Spende

Ich werde sämtliche Einnahmen, die bis Sonntag, den 21. Juni 2020, 23:59 Uhr, durch Verkäufe aus meinem Online-Shop generiert werden zu je 50 % an die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD-Bund e.V.) sowie an Sea-Watch spenden.
Solltest Du Deine Spende nur an eine der beiden Organisationen oder nicht im Verhältnis 1:1 spenden wollen, bitte ich um einen entsprechenden Vermerk bei der Bestellung.

Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD-Bund e.V.)


Sea-Watch
Seenotrettung


Mein Teil der Spende & Transparenz

Ich habe eine begrenzte Zahl an BĂĽchern und DVDs vorrätig. FĂĽr jedes einzelne Buch musste ich in Vorkasse gehen. Ich verzichte darauf, dies vom Verkaufserlös abzuziehen, sondern spende auch meinen Teil zu 100 %.
Um es vollkommen transparent zu machen:

  •  Beim Verkauf von »Serendipity – Teil 1« verzichte ich pro verkauftem Buch auf 6,08 â‚¬.
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  •  Beim Verkauf von »Serendipity – Teil 1 & 2« im Bundle verzichte ich auf jeweils 13,63 â‚¬.
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  • Wo bekomme ich Deine Musik her?

    AuĂźerdem werde ich sämtliche Einnahmen, die bis zum 19. Juni ĂĽber Bandcamp reinkommen an dieselben beiden Organisationen spenden. Wenn Du die Musik meiner â€“ momentan nicht mehr existierenden â€“ Band 6 Gramm Caratillo kaufen willst, möchte ich Dir sehr ans Herz legen, dies am 19. Juni zu machen, da an diesem Tag â€“ und nur an diesem Tag â€“ Bandcamp seinen Anteil der Einnahmen ebenfalls zu 100 % spenden wird. An allen anderen Tagen wird ein Teil der Einnahmen direkt von Bandcamp einkassiert. Ich habe da keinerlei Einfluss drauf und kann dementsprechend nur das spenden, was Bandcamp mir ĂĽberweist.

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    Who the Fuck Is Dennis Knickel?


    Gut, dass Du fragst. Falls Du auf diese Seite gekommen bist und absolut keinen Plan hast, wer ich ĂĽberhaupt bin und was ich so mache, kann Dir diese Seite weiterhelfen.

    Falls Dir eine kurze Zusammenfassung reicht:
    Ich bin Autor von bislang fĂĽnf Backpacker-/Abenteuerreise-BĂĽchern, habe drei narrative Kurzfilme als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent realisiert, arbeite momentan an meinem ersten abendfĂĽllenden Dokumentarfilm ĂĽber einen (ehemaligen) Slum in Indien, bin als Deutschlands erster StraĂźenleser durchs Land getingelt, habe in der Punkband 6 Gramm Caratillo ins Mikro gebrĂĽllt sowie die Texte geschrieben und im Lost Cabaret, einer Berliner 20er-Jahre-Show, den talentlosen Filmemacher Josef Harlanski aus Babelsberg bei Polska gespielt.

    … und falls Du zufällig gerade ein Auto abzugeben hast: Ich wĂĽrde echt gerne wieder auf StraĂźenleser-Tour gehen. – Man kann’s ja mal probieren. 😉


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