Tag 12: Mit der Fähre nach Koh Tao

Curry-Competition

2010 03 07 12.50.30

Sonntag, 7. März 2010
Chaloklum & Thong Sala, Koh Pha Ngan
Ban Mae Hat & Ao Chalok Ban Kao, Koh Tao

Heute setzen wir nach Koh Tao ĂĽber. Ich gehe tauchen!
Boat hat mir gestern angeboten, uns Tickets fĂĽr die Fähre zu kaufen und ein Taxi zum Pier zu organisieren. Ein Taxi hat er allerdings nicht gerufen: Er fährt uns die 13 Kilometer â€¦Â und kassiert dafĂĽr selbst den Taxipreis von drei Euro pro Person, höhö. Boat fährt uns auf der Ladefläche seines Pick-ups zum Pier nach Thong Sala. Auf der StraĂźe liegt ein Hund. Die legen sich hier einfach ĂĽberall hin. Da Boat anstelle der Bremse die Hupe benutzt, befĂĽrchten wir fĂĽr den Wauwau das Schlimmste. Dem Hund ist Boats Gehupe aber so was von egal oder er deutet es als: »Bleib bloĂź da liegen und beweg dich nicht!«, einfach nur vollkommen richtig. Wir preschen Zentimeter an seinem Kopf vorbei, den er dann auch mal kurz anhebt, um uns hinterherzuschauen.
In Thong Sala kauft Boat uns noch schnell die Fährtickets und gibt uns am Pier den Tipp, da wir noch eine Stunde bis zur offiziellen Abfahrt der Fähre Zeit haben, unsere Rucksäcke beim »Check-in« unterzustellen, damit wir die nicht mit uns herumschleppen müssen.
Wir befolgen den Tipp und inspirieren dadurch knapp zehn weitere Wartende dazu, es uns gleichzutun. Und schon ist die Hütte voller Rücksäcke.
Wir essen auf dem Food Market sehr authentisch rudimentäres Thai Food. Auf dem Food Market ist alles nur auf Thailändisch beschriftet, was wohl viele Touristen abschreckt, dort zu essen. Das Essen ist spottbillig und schmeckt gut, sieht nur nicht unbedingt allzu lecker aus.
Es ist lustig zu beobachten, wie ab und zu ein neuer Stand auf den Marktplatz gefahren kommt, um sein Geschäft zu eröffnen. Die Thais haben manchmal sehr große Beiwagen an ihren Motorrollern, auf denen sich entweder zwei Bänke befinden, auf denen oftmals bis zu vier Mitfahrer im Beiwagen sitzen, oder sie haben eben ihre Verkaufsstände an ihren Roller geschraubt. Und da ist oftmals wahrlich viel Zeugs drauf!
Es gibt auch Verkaufsstände, die mit einer kurzen lustigen Musik, die alle zehn Minuten mal ertönt, auf sich aufmerksam machen. Ebenfalls lustige Geräusche macht die elektronische Waage vor dem 7-Eleven in Chaloklum. Wer da drauf steht, lässt es die komplette Straße wissen.
Die Fähre hat eine knappe Stunde Verspätung. Das Wetter ist wie immer toll und so genießen wir die circa 90-minütige Überfahrt an Deck.

Wir nähern uns Koh Tao von Süden und können bereits von hier den Strand sehen, an dem wir die nächsten Tage verbringen wollen: Ao Chalok Ban Kao. Am Ende der Bucht ist eine Felsformation, die wie ein sitzender Buddha aussehen soll, was wir von dieser Perspektive aus nicht wirklich erkennen können.

Kurz darauf legen wir in Ban Mae Hat an. Der Anleger ist bereits von einer anderen Fähre besetzt, weswegen sich jeder seinen Rucksack vom Rucksackhaufen an Deck selbst suchen muss und dann ĂĽber die andere Fähre den sehr wacklig wirkenden, hohen Brettersteg dahinter betritt. Das Wasser ist glasklar und riesige Korallen ziehen sich bis kurz vor den Strand. Der Taucher in mir freut sich jetzt noch mehr â€¦

Curry-Competition: Koh Pha Ngan–Koh Tao

Mit dem Taxi geht’s zum Ao Chalok Ban Kao. Vor unserem Abflug nach Thailand habe ich mich im Internet kurz ĂĽber die Tauchschulen Koh Taos schlaugemacht und in den Reef Riders eine gefunden, die einen sympathischen Webauftritt hat und die mir speziell preislich sehr gut gefällt: 18 Euro fĂĽr einen Tauchgang inklusive Leihequipment! Macht man einen zweiten Tauchgang gibt es bereits Rabatt: 28 Euro!
Am Ao Chalok Ban Kao angekommen, gehen wir ĂĽber den Strand und schauen uns auch andere Tauchschulen an, um Preise zu vergleichen. Preislich sind alle Tauchschulen sehr attraktiv. Tauchgänge kosten hier anscheinend ĂĽberall umgerechnet nur 18 bis 20 Euro.
Die erste Tauchschule, die wir betreten, ist eine Fabrik. Soll heiĂźen: Es ist groĂź, es ist voll, die Angestellten rennen in uniformen Polohemdchen herum, und man wird, kaum dass man mal fĂĽnf Sekunden davor steht, direkt angesprochen und hineingebeten. Diese Tauchschule ist voll auf Kurse fixiert.
Der Tauchlehrer, der uns auf das Sofa der Buddha View Tauchschule platziert, erzählt uns, welche Rabatte uns winken, wenn wir hier tauchen und auch direkt wohnen. Das klingt gut, bis zu dem Moment, an dem ich ihn darĂĽber aufkläre, dass Rebekka gar nicht tauchen wird und ich bereits ein zertifizierter Taucher bin und nur Fun-Dives machen möchte. Sämtliche Rabatte werden daraufhin gestrichen und Zimmer kosten 800 Baht aufwärts. Och â€¦Â nö.
Wir sehen den ziemlich arrogant und eingebildet wirkenden Tauchlehrer in den folgenden Tagen übrigens ab und an wieder und werden den Eindruck nicht los, dass er weniger die Funktion des Tauchlehrers, als vielmehr die Funktion des »Herbergsleiters« innehat.
Als Nächstes kommen wir bei den Sunshine Divers vorbei. Die wirken sehr sympathisch, ist mir aber trotzdem eine kleine Nummer zu glatt. Billige Zimmer haben sie zudem auch keine mehr. Dafür empfiehlt uns die Tauchlehrerin, doch mal bei den Nachbarn, den Reef Riders vorbeizuschauen.
Die Reef Riders erreicht man ĂĽber einen kleinen klapprigen Brettersteg. Das hässlichste Haus am Strand ist ihr zu Hause. Wahrscheinlich ist es auch das älteste Haus hier am Strand. Es sieht zumindest so aus wie die Kleinausgabe einer Bettenburg im Rimini der 60er Jahre.
Als wir ankommen, ist von Tauchern aber noch nichts zu sehen. Wahrscheinlich sind sie noch unterwegs. DafĂĽr sitzen hier fĂĽnf bis acht Thais, die uns ganz trocken einchecken lassen:
»You diver?«
»Yes.«
»How many?«
»Only me.«
»One?«
»One.«
»Room 350 Baht.«
Geht klar.
Eine der anderen anwesenden Thailänderinnen führt uns wortlos zu unserem Zimmer, wir nicken, sie führt uns wieder runter, wir checken ein.
Das Großartige an diesem hässlichen Haus, dem Laem Klong Resort, ist, dass man von hier aus den besten Ausblick hat. Zum einen sieht man den kompletten Strand und auch von seitlich hinten den Buddha-Felsen, den man von hier dann auch tatsächlich als sitzenden Buddha identifizieren kann, und zum anderen sieht man nur von hier aus nicht dieses hässliche Haus.

Die Taucher kommen zurĂĽck und wir lernen Peter â€“ oder besser: Bepi â€“, den Chef kennen. Bepi ist Schweizer, redet dafĂĽr aber fast schon erschre-ckend schnell. Zumindest bin ich bei unserer ersten Unterhaltung irgendwann nicht mehr hinterher gekommen.
Mein Gefühl, dass diese Tauchschule cool sein könnte, bestätigt sich. Es wirkt extrem entspannt hier. Eine gut gelaunte Atmosphäre paart sich mit solch gut tuenden Informationen, wie: »Wir fahren nicht schon morgens um sieben raus. Wir fahren später, dann haben wir die Tauchplätze auch wenigstens für uns«, und: »Wir wollen hier lieber Fun-Dives anbieten. Um die Kurse können sich die anderen schlagen.«
Anmerkung: Man kann hier aber auch gerne Kurse machen. Bestimmt sogar wesentlich besser, als in einer »Fabrik«.
Wir schauen uns den Strand an. Die Bucht, an deren Ende Buddha sitzt, ist â€¦Â wunderschön. Koh Tao, ĂĽbersetzt: die Schildkröteninsel, ist extrem auf Taucher ausgelegt. Bereits auf der Fähre sind Werber von zwei Tauchschulen herumgerannt; einer davon war ĂĽbrigens von der »Buddha-View-Fabrik«.
Hier am Strand fĂĽhlt man sich wie in einem Dorf voller Taucher. Nicht nur, dass jedes Resort oder jedes Hostel eine eigene Tauchschule hat (beziehungsweise umgekehrt: Jede Tauchschule hat ihr Hostel oder Resort), ĂĽberall sitzen Menschen, die fĂĽr ihre theoretische PrĂĽfung lernen.
Es ist nicht so leicht wie sonst überall, wo wir bisher waren, Thai Food zu bekommen. Dafür entdecken wir einen großartigen Fruit-Shake-Stand, der Ovaltine (Ovomaltine), Strawberry Taro und andere höchst interessante Fruit Shakes anbietet.
Ich kaufe mir noch ein Paar Flip Flops und trenne mich von meinen auseinanderfallenden Sandalen.
Beim Abendessen bestellt sich jemand einen Teller gegrillter MeeresfrĂĽchte, der schwer dampfend an seinen Tisch gebracht wird, woraufhin die Hälfte des Restaurants in lautes Gehuste ausbricht. Unter ihnen auch Rebekka â€¦Â und ich lache mich kaputt. Als zehn Minuten später der nächste Teller rauchender MeeresfrĂĽchte das Gleiche noch einmal auslöst, ist es bei mir endgĂĽltig vorbei â€¦

2010 03 07 19.15.07

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